Der kleine Mann hatte schon immer ehrgeizige, große Pläne: Auf der IAA 2005 verkündete der Gründer und Vorstandsvorsitzende Li Shu Fu den Plan, Geely-Autos nach Westeuropa und in die USA zu exportieren. Ein Jahr später war die chinesische Marke, die Autobesitzer glücklich macht (Ji Li bedeutet glücksverheißend), der erste chinesische Aussteller auf der Detroit Motorshow. 2008 äußerte der Geely-Chef gegenüber der Ford Motor Company sein Interesse am schwedischen Autohersteller Volvo und wurde vorerst abgewunken. Li Shu Fu bleibt hartnäckig und 2010 war er am Ziel: für 1,8 Mrd. USD übernahm Geely die schwedische Traditionsmarke.

 

Seine Vorliebe für Automarken der nördlichen Hemisphäre machte den Geely-Boss zwei Jahre später zum Eigentümer einer weiteren Auto-Ikone: London Taxi Company.

 

Geely hat in den vergangenen fünf Jahren viel gelernt von Volvo Engineering und dem schwedischen Design. Als erster chinesischer Hersteller wurde die Mittelkasse-Limousine GC9 Borui zum Auto des Jahres 2015 gewählt. Das Top-Modell verfügt über eine 360˚-Kamera mit Einparkhilfe, Spurwechselassistent, Infinity-Soundsystem und viele andere Ausstattungsmerkmale der gehobenen Mittelklasse.

 

Schon heute verkauft Geely seine Autos nach Russland, Belarus, in die Ukraine und die Türkei. 2015 hat Geely weltweit 542.000 Fahrzeuge verkauft, Volvo 503.000. Als Eigentümer von Auto-Marken mit Fertigungsstandorten in Schweden und Großbritannien ist die erneute Ansage von Geely diesmal ernst zu nehmen.

 

Anfang März 2016 verkündet Geely´s Geschäftsführer An Cong Hu in einem Interview mit der schwedischen Zeitung Dagens Industri in Göteborg die Absicht von Geely, Autos in Europa zu produziern und zu verkaufen. Das neue Europa-Headquarter könnte aus Synergie-Überlegungen möglichst nahe bei Volvo angesiedelt werden.