„Die deutschen Automobilhersteller kommen mit spannenden Weltpremieren. Zudem gibt uns die Konjunktur in Europa Rückenwind: Der westeuropäische Pkw-Markt hat 2015 um 9 % auf 13,2 Mio. Neuwagen zugelegt“ so Wissmann. Auch für das Gesamtjahr 2016 erwarte der VDA ein Plus. Unterstützt werde der Konsum durch das niedrige Zinsniveau, steigende Realeinkommen und Beschäftigung sowie günstige Spritpreise.
Darüber hinaus würden auch die USA und China stark bleiben. „Wir haben daher jetzt unsere China-Prognose für das Gesamtjahr 2016 angehoben und erwarten ein Plus von 6 % auf 21,3 Mio“ sagt Wissmann, der auch in Deutschland mit weiteren Zuwächsen rechnet.
2015 stieg der Umsatz der deutschen Automobilindustrie um 10 % auf 404,4 Mrd. €. Wissmann betonte: „Damit wurde ein neuer Höchststand erreicht und erstmals die 400-Milliarden-Marke übertroffen.“ Dabei stiegen die Exporterlöse um 11 % auf 263,3 Mrd. €, während sich der Inlandsumsatz auf 141,1 Mrd. € (+8 %) erhöhte.
Die Verbesserung der Luftqualität sei eine Aufgabe, der sich auch die deutsche Automobilindustrie verpflichtet sehe, so Wissmann. Mit der Einführung der Diesel-Partikelfilter im Jahre 2009 gebe es bei neuen Diesel-Pkw kein Partikel-Thema mehr. Die Stickoxid-Emissionen im Straßenverkehr seien seit 1990 um mehr als 70 % reduziert worden – trotz einer bis heute um etwa die Hälfte gesteigerten Verkehrsleistung.
Mit dem modernen Euro-6-Diesel sowie den Emissionsvorgaben im kommenden Straßentest RDE (Real Driving Emissions) werde auch das Schadstoff-Kapitel Stickoxide (NOx) geschlossen: „Ein Euro-6-Diesel reduziert den NOx-Ausstoß gegenüber seinen Vorgängern sowohl im NEFZ-Grenzwert als auch auf der Straße um etwa zwei Drittel. Seine Stickoxid-Emissionen sind um 98 % geringer als Anfang der 1990er Jahre“, so Wissmann. Zur Verbesserung der Luftqualität sei der Einsatz verschiedener Instrumenten notwendig: „Bestandserneuerung durch moderne Euro-6-Diesel-Pkw, Verflüssigung des Verkehrs, Ersatz der alten Busse und Taxis durch neue Fahrzeuge mit besten Emissionswerten.
Wobei man am Diesel, was den Klimaschutz betreffe, nicht vorbeikomme. Außerdem sei der Diesel zentral für den Wirtschaftsstandort Deutschland: Fast jeder zweite (48 %) der in Deutschland produzierten Pkw ist ein Diesel (2015: 2,7 Mio.). Drei von vier Diesel-Pkw (2,0 Mio. Autos), die hier produziert werden, gehen in den Export.
Auch in puncto Elektromobilität wünscht der VDA Impulse: „Deutschland ist heute Leitanbieter bei der Elektromobilität: Rund 30 Serien-E-Modelle sind auf der Straße, weitere kommen bald hinzu,“ so Wissmann. Allerdings sei Deutschland vom Ziel „Leitmarkt“ noch weit entfernt: Ende 2015 waren etwa 50.000 Elektroautos (Batteriefahrzeuge und Plug-In-Hybride) auf Deutschlands Straßen unterwegs. Der Elektroanteil an allen Pkw-Neuzulassungen in Deutschland betrage damit nur 0,7 Prozent. Damit der Hochlauf der Elektromobilität auch in Deutschland gelingen könne, seien verschiedene Maßnahmen notwendig: Aufbau der Ladeinfrastruktur, Anreize für gewerbliche und private E-Auto-Käufer, Beschaffungsinitiative der Öffentlichen Hand, weitere Investitionen in Forschung und Entwicklung (Batterietechnologie).
