Im Interview von „Der Österreichische Journalist“ unterstellt er dem Internet Seuchen- und Suchtcharakter und sagt seinen Betreibern voraus, mit bloßer Angsterzeugung schlussendlich zu scheitern. Dort wo es um „Suchen und Vergleichen“ geht, was besonders auf Autoportalen beliebt ist, sieht Horx klare Vorteile.

 

Geht es nach Inhalten, wird das Internet schon problematischer: Blosse Kanalmacht – also hybride Angebote, die Content nach Belieben anhäufen, befinden sich seinen Forschungen nach im Abwärtstrend. „Content ist nur weißes Rauschen.“ Die nach dem Motto: „Im Netz können wir Content billiger oder gleich umsonst erwerben und an Millionen verscherbeln“ handeln, werden nicht weit kommen. Das Internet ist eine Grundlagentechnologie, ähnlich wie die Erfindung der Straße, auf der die Autos fahren. Das ist irreversibel.“

 

Für Horx hat sich „das Totalitäre in die Medien verkrochen und dort verfeinert.“ Sensationsgeilheit, die aus Angst vor dem Deutungsverlust stammt, beschleunigt sich und gerät zur Endschlacht, weil es nicht mehr um die Wahrheit, sondern einzig und allein um die rare Ressource Aufmerksamkeit geht, für die in den „Copy-and-paste“-orientierten Redaktionen die allerletzten Granaten verschossen werden.

 

Horx führt diese Rhetorik, um selbst marktschreierisch darauf hinzuweisen, dass auch in den Öffentlich-Rechtlichen Medien immer mehr Erregung und Verängstigung – Stichwort Flüchtlingselend – Raum greift: „Da würde ein reinkarnierter Adolf Hitler tatsächlich hineinpassen, um ordentlich Quote zu machen – wir sind ja nicht mehr weit davon entfernt.“

 

Er hofft auf eine Renaissance von Mitte und Maß. Gute Medien werden sich wieder auf ihre Kernfunktionen besinnen oder sie werden „vertrashen“. Ein Verlag, der eine Medienmarke nur macht, um Geld zu verdienen, ist arm. Es gehört auch Haltung dazu und Meinungsstabilität in kritischen Fragen.

 

Dem kann „Lederers Medienwelt“ mit ihrer in Jahrzehnten gepflegten kritischen Berichterstattungsqualität einiges abgewinnen.