Versicherungen sind traditionell Ziel von Malversationen verschiedener Art und der Pfusch wird von vielen ehrenwerten Organisationen, auftraggeber- wie auftragnehmerseits gepflegt. Nach außen pfui und nach innen hui. Im schwierigen europäischen Marktumfeld funktionieren immer weniger auferlegte Marktregeln und Vereinbarungen. Im illegalen in der Steiermark aufgeflogenen Autohandel werden jetzt die bösen und guten Buben (und Frauen?) sortiert, dabei bedienen sich auch sogenannte Markenhändler aller sich bietenden Gelegenheiten, um letztendlich Geschäfte zu machen. Wenn ein Alois Eberhaut aus Eichwald als Beschuldigter geführt wird, weil er sich von „Marktfahrern“ eigenen Angaben nach 26 neuwertige Fahrzeuge liefern hat lassen, werden sie im Volksmund als Plankenhändler tituliert, wenn sich ein Alexander Laimer als ausgewiesener VW/Audi-Markenhändler direkt über Importeursverzweigungen aus zum Beispiel rumänischen Beständen eindecken darf, ist das legal. Es unterliegt also der jeweiligen Betrachtungsweise, wie man den Autohandel sehen will. Dem Käufer ist es egal, Hauptsache billig ist sein Autokauf! Für riskante Geschäfte sind nicht wenige in unserer Kfz-Branche bereit, dafür mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten.
Die Gier lauert allerorten. Der Hersteller drückt seine Überproduktion in die Märkte, obwohl sie längst nicht mehr im gewohnten Maß aufnahmefähig sind. Das Internet dynamisiert diesen Prozess und schmälert durch die Preistransparenz jede Marge und immer mehr Verkaufswillige stoßen auf immer weniger Kauffähige. Also sucht man im Internet Firmenkonstruktionen, die sogenannten seriösen Käufern eine Schutzmauer bilden, um den Geschmack von der Abgabenhinterziehung zu nehmen.
Im Verweis auf die aufgeflogene Steiermarkpraxis bringen „Marktfahrer“ die Autos bis auf den Hof, um nach erfolgtem Deal tags darauf die entsprechenden Fahrzeugpapiere nachzuliefern. Die Grenzenlosigkeit der EU macht grenzenlose Geschäfte in Außenstehenden unvorstellbarem Ausmaß erst marktfähig. Was dazwischen passiert, entzieht sich dem Einfluss des Käufers. Blöd, dass solche Vorgehensweise der Gesetzgeber auch anders sieht und gelegentlich durchgreift. Offensichtlich nicht streng genug, denn im „steirischen Brauch“ werden trotz Festnahmen und Strafanzeigen munter gewerbsmäßig Steuern hinterzogen. Fairness im Handel hat allemal zwei Seiten. Und die Republik hat bei Weitem zu wenig Fahndungsbeamte, um diesem Krebsgeschwür beizukommen. Und wie sagt ein Branchenkenner: „Wenn der Porsche-Deal mit Volkswagen mit der Hinzugabe einer einzigen Aktie genügt, um Milliarden Steuern zu sparen, wird sich in der Bevölkerung kaum der Wille ausprägen, ausschließlich seriös Handel zu betreiben.“ Gier ist geil!