Die der Redaktion bekannten Verdächtigen machten sich das Internet zunutze und kauften und verkauften laut Ermittlungsergebnissen über ein eigenes Geschäftsmodell mit Scheinfirmen und gefälschten Dokumenten Kurzzulassungen und Jungwagen weiter. Auf diese Art und Weise wurden von einem weiter inhaftierten Steirer mit rund 1.000 Einheiten (vorwiegend VW, Audi und BMW) an die 12 Mio. € Abgaben der Steuerbehörde entzogen.
Dem Käufer ist es letztendlich egal, woher die Autos stammen, wenn der Preis stimmt. Aufgrund nicht entrichteter Umsatzsteuer und verringerter Normverbrauchsabgabe hat der Preis gestimmt. Für den organisierten Markenhandel ist dies freilich mit dem Beigeschmack der Wettbewerbsverzerrung behaftet. Allen Beteiligten stehen weitere Verfahren wegen gewerbsmäßigen Betrugs, Steuer- und Abgabenhinterziehung ins Haus.
Ärgerlich war lediglich die insinuierende Pressetextzeile der Polizei in Graz, die eine Beteiligung namhafter steirischer Autohändler suggerierte und ungeprüft von den Medien in TV und Print übernommen wurden. Dem ist nach eingehender Recherche nicht so, und Steiermarks LGO Ing. Klaus Edelsbrunner sowie Steiermarks Wirtschaftskammerpräsident Ing. Josef Herk (gleichzeitig Karosseriebetriebsinhaber in Knittelfeld) sind über die von AUTO-info4you ausgegangenen Rechercheergebnisse erleichtert.
BGO Burkhard Ernst und Einzelhandelssprecher Ing. Josef Schirak geben in diesem Zusammenhang der Forderung nach Einführung eines gebundenen Gewerbes für den Fahrzeughandel Nachdruck. Ohne Internet wären derartige Verformungen im Autohandel nicht möglich, weshalb entsprechende Zugangsbeschränkungen für den markenfreien Autohandel geschaffen werden müssen.