Die seit Oktober 2010 tagende Arbeitsgruppe sollte im Auftrag der EU-Kommission klären, welche politischen Rahmenbedingungen die Branche künftig benötigt. Ihre Diagnose der aktuellen wirtschaftlichen Lage ist nüchtern: „Vorhersagen legen nahe, dass die meisten europäischen Automärkte mittelfristig schwerlich auf das Vorkrisenniveau zurückkehren werden“, heißt es im soeben veröffentlichten Abschlussdokument. Die Aussichten seien „alles andere als positiv“, die westeuropäischen Märkte generell „ultra-reif“,
Verschrottungsprämien können lt. den beteiligten Experten – darunter prominente Manager wie Sergio Marchionne (Fiat) und Dr. Dieter Zetsche (Daimler), aber auch der österreichische Wirtschaftsminister Dr. Reinhold Mitterlehner – den Markt nicht mehr beleben. Immerhin hätten sie 2009 und 2010 zu rd. 2 Mio. zusätzlicher Verkäufe geführt – von denen allerdings rd. die Hälfte lediglich vorgezogene Anschaffungen gewesen seien.
Auch andere Aspekte von Freihandelsverträgen über Öko-Förderungen bis hin zum Vorgehen bei Typisierungen werden beleuchtet. Was fehlt: Irgendein Hinweis auf die Kfz-GVO und die mit ihr verloren gehenden Händlerrechte von der Kündigungsfrist bis zum Mehrmarkenvertrieb. Dabei sei dieser in der Erstfassung des Berichts samt und sonders enthalten gewesen, empört sich Jean-Paul Bailly, Präsident der Händlervereinigung CECRA: „Nur dieser Version können wir zustimmen.“
Dass all diese Passagen im Laufe der letzten Wochen spurlos verloren gingen und schlussendlich nur mehr von beliebigen „gemeinsamen Prinzipien für gute Praktiken“ die Rede war, die im „selbstregulatorischen Zugang“ geklärt werden sollten, zeigt vor allem eines: Die Konzernzentralen haben in Brüssel nach wie vor das beste Lobbying.
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