Aufgrund des unbefriedigenden Geschäftsverlaufs („das Sommerreifengeschäft ist gelaufen, alles konzentriert sich auf den Winterreifenabsatz“) stellt sich die Reifenbranche (sowohl Industrie als auch Großhändler) die bange Frage, wann die Marktteilnehmer in Panik geraten und mit Abverkäufen die Preisspirale nach unten zu drücken beginnen. Übers Jahr gesehen, prognostizieren Industrie und Handel heuer einen Volumenrückgang von 5 bis 10 %.
Erstmals ist der Reifenmarkt mit Übermengen im Sellin und fehlendem Kundenbedarf im Sellout konfrontiert. In dieser Gemengelage und bedroht vom Umstand, dass Onlineplattformen keine Markt- und Dumpingpreisgrenzen kennen, fürchtet die Industrie bei fortgesetzter Absatzflaute den Kollaps im Reifenersatzbedarfsmarkt. In heftigen Absatzschwierigkeiten befindet sich auch der Lkw-Reifenmarkt.
Augenblicklich reagiert der Lieferantenkreis bei seinen Absatzpartnern mit langfristigen Valutierungen, Gutschriften und Lagerbereinigungen, um der Winterware den Weg in den Markt zu bahnen. Keine Rolle spielt dabei noch das EU-Labeling (Reifenkennzeichnungspflicht), auch wenn auf der Reifen Essen viele Marken bereits AA-Bestwertungen auf ihren Etiketten ausgewiesen haben. Einzig Pirelli sieht sich zum Startzeitpunkt 1.7.2012 in der Lage, in marktrelevanten Dimensionen und Stückzahlen EU-gelabelte Reifen (mit 6 % Preisaufschlag) zu liefern.



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