So geschehen, als Mag. Maria Vassilakou, „Grünen“-Verkehrsstadträtin und Wiens Vizebürgermeisterin, in einer 10-seitigen Coverstory über das Auto – laut, stinkend, Platz fressend und Leben zerstörend, in Österreich und gleich der ganzen Welt – herziehen durfte. Nichts Schlechtes denkend, fällt einem beim Blättern im Magazin die dürre Inseratenstrecke der Fahrzeugimporteure ins Auge. Ein Schelm, der anderes denkt!
Nun werden die Antiautofahrer, etwas zynisch formuliert, von den Autoimporteuren von Jahr zu Jahr, auch wenn die Zahlen maßlos übertrieben sind, mit steigenden Neuzulassungszahlen konfrontiert, insinuiert der Artikel, die in der Hand der Käufer nur „Tod und Zerstörung“ auslösen. Die verantwortlichen Importeure und Händler werden sich vorsehen müssen, deswegen von Vassilakou & Co. verklagt zu werden.
Der „profil“-Artikel geht aber schon deshalb fehl, da er mal wieder zeigt, dass manche Ratschläge nicht mehr sind als Schläge. Vassilakou und ihre Gesinnungsjournalistinnen dürften kaum genug in die Systematik der Mobilität eingeweiht sein, um beurteilen zu können, was der Bevölkerung schadet und was nicht. Ohne Mobilität waren die Schwellenländer bis vor Kurzem Armenhäuser, mit der Mobilität entwickeln sie sich im atemberaubenden Tempo zu Wirtschaftsgiganten. Das war nach dem Krieg auch in Österreich so und erst mit dem Autoverkehr kamen Wohlstand und Freiheit in breite Bevölkerungsschichten. Ebenso ist ein unübersehbarer Umweltschaden nur eine Vermutung. Der Wald, die Auen sind nicht gestorben und unsere Luft ist reiner denn je. Trotz Industrie- und Hausbrand gibt es Bio en masse. Bei der Zerstörung der Atomanlage in Tschernobyl und jetzt in Fukushima trat die elementare Zerstörung nicht ein. In Japan wurden unter dem wachsamen „grünen Auge“ einfach die Grenzwerte erhöht und schon lässt es sich wieder fein leben.
Und welcher Schaden wäre größer: eine zerstörte Atomanlage? Oder der nach einem möglichen Wählerangriff, der das Antimobilitätsprogramm von Grünen und VCÖ so lange verzögert, bis Vassilakou hoffentlich vom eigenen Volk aus dem Amt gejagt wird?
Wenn die Bundesregierung betont, dass eine funktionierende Wirtschaft ein Teil des Erfolges Österreichs sei und dies auch in der Stunde der Bewährung gelte, dann ist diese Stunde jetzt gekommen. Solidarität mit der individuellen Mobilität ist nicht zum Nulltarif zu haben.
Schicken wir Vassilakou und Geistesgleiche nach Kolumbien ins Exil. In Bogotá, steht in „profil“, wartet eine 24 Kilometer lange, vom Autoverkehr befreite, dafür von Bäumen umsäumte Stadtautobahn, die per pedes oder maximal mit dem Fahrrad frequentiert sein will. Und aus der alten Heimat hat sie alte Bekannte als Gesprächspartner: Porsche Austria ist erfolgreich zugange, Kolumbien mit den VW-Produkten zu beglücken. Und der Verkehrsclub Österreichs kann im dortigen Demokratieverständnis auch gleich „profil“ zeigen!
