Im Jänner 2011 verkündete die SOKO-Kfz in Eisenstadt, dass die sogenannte „BMW-Bande“ endlich hinter Schloss und Riegel sitze. Einige Ungarn hatten sich zuvor rund um den Neusiedlersee und in der Steiermark auf den Diebstahl gehobener BMW- und Audi-Fahrzeuge spezialisiert.
Die Verhandlung im Landesgericht Eisenstadt zeigte am 18.4., wie mühsam eine grenzüberschreitende Strafverfolgung im vereinten Europa ist, und das nicht nur wegen der Sprachprobleme, sondern auch wegen der generell zunehmenden Professionalität beim Autoklau.
Als Kopf der Bande gilt für die Staatsanwaltschaft Zoltan Nagy – vulgo „Big Zoli“. Ein Spitzname, der seiner Körpergröße – 1,9 m – durchaus gerecht wird. Und der Tatsache, dass „nagy“ auf deutsch „groß“ bedeutet. Vielleicht ist das auch der Grund, dass er von dem bereits zu fünfeinhalb Jahren verurteilten „Kollegen“ Zoltan Nemeth (der auf deutsch „Deutsch“ heißt) bei seiner Video-Einvernahme respektvoll als „größter Autodieb Ungarns“ tituliert wurde.
Vor der Richterin Mag. Birgit Falb hatte „Big Zoli“ für diese Hochachtung wenig Verständnis. Er plädiert – wie auch zwei weitere Angeklagte – auf „nicht schuldig“. Zumindest für all jene Diebstähle, bei denen er nicht direkt ertappt worden ist. Bis all die Anklagepunkte endgültig geklärt sind, werden sicherlich noch einige Verhandlungen erforderlich sein.
