„Einmal mehr eine völlig unüberlegte und in den drastischen Auswirkungen kaum vorstellbare Maßnahme“, ortet Komm.-Rat Ing. Josef Schirak, Einzelhandelssprecher im Bundesgremium des Fahrzeughandels: „Hier wird einmal mehr der Versuch unternommen, auf dem Rücken und zum Nachteil der davon betroffenen Autofahrer ‚politisches Kleingeld‘ zu wechseln unter der Devise, dass ‚Verkehrsverhinderung‘ automatisch mit dem Begriff ‚Umweltverbesserungsmaßnahme‘ gleichzusetzen ist.“ Es handle sich schlichtweg um eine „unnötige Vernichtung von Volksvermögen in Reinkultur“.
Als erste Stadt hat Graz unter Verweis auf die hohen Feinstaubemissionen Fahrverbote angekündigt. Diese könnten unter Umständen auch die Abgasklassen Euro 3 und Euro 4 betreffen. Mag. Martin Hoffer, Leiter der ÖAMTC-Rechtsabteilung, kritisiert die „umweltpolitisch weitgehend wirkungslose Maßnahme mit großen sozialen Kollateralschäden“. Betroffen seien nämlich „vor allem Wenigfahrer und sozial schwächer gestellte Personen“.
Der ARBÖ Steiermark hat als unmittelbare Reaktion auf die Fahrverbotspläne eine Unterschriftenaktion aus dem Jahr 2010 neu belebt. Insgesamt habe man bisher rd. 16.000 Unterstützungserklärungen gesammelt, so Geschäftsführer Hans Marcher. In den kommenden Wochen rechne man mit einem Anstieg auf 20.000 Unterschriften. „Mit Existenzen zu spielen, nur um eine Möglichkeit des Kassierens zu schaffen, ist verantwortungslos, zumal die Umweltzone – entgegen ihrem Namen – nur sehr wenig für die Umwelt bringt“, unterstreicht Marcher die Kritik an der just im Vorfeld der Grazer Gemeinderatswahl angekündigten Zwangsmaßnahme. Er lässt nun eine Sammelklage prüfen.