Die Arbeiterkammern beschränken sich nämlich in aller Regel darauf, die Preise für gewisse Reifengrößen abzufragen: Für weniger seriöse Anbieter ist es ein Leichtes, ein in der Praxis kaum verfügbares „Lockangebot“ zu nennen und gleichzeitig die Margen der Kollegen zu ruinieren. „Außerdem werden Service, persönliche Betreuung und Beratungsqualität überhaupt nicht berücksichtigt“, kritisiert Klaus Kreisel, Vorstandsmitglied des Verbands der Reifenspezialisten Österreichs (VRÖ). Dieser legt seinen Mitgliedern daher seit einiger Zeit nahe, die AK-Umfragen zu boykottieren.
Auch heuer kamen die meisten Betriebe diesem Aufruf nach. Von 167 Reifenhändlern, die von der AK Niederösterreich angeschrieben wurden, hat beispielsweise nur ein Fünftel geantwortet. Das (wenig repräsentative) Ergebnis: Der Preisvergleich bei sechs Reifentypen in den Dimensionen 175/65 R14T sowie 205/55 R16V ergab Unterschiede bis zu 178 € (Dunlop SP Sport Fast Response).
Laut Kreisel steht der VRÖ derartigen Vergleichen nicht prinzipiell ablehnend gegenüber, wünscht sich aber eine seriösere Vorgehensweise: „In der Steiermark konnten wir uns mit der dortigen Arbeiterkammer auf ein neues Modell einigen.“ In allen anderen Bundesländern sei die Kammern aber „trotz oftmaliger Versuche“ nicht gesprächsbereit gewesen.
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