Die Studie mit dem Titel „Erhöhung der Schadstoffemissionen als Folge von Straßensperren“ (siehe AUTO-info4you Nr. 705 vom 24.1.) hat dem Österreichischen Verein für Kraftfahrzeugtechnik unverhofft massive öffentliche Aufmerksamkeit verschafft. Die eine Seite triumphiert, weil sie ein Argument gegen vermeintlich willkürliche Stauverursacher bekommen zu haben glaubt. Die andere Seite verwehrt sich dagegen, dass ein demokratisches Grundrecht unter fadenscheiniger Berufung auf den Umweltschutz aufs Korn genommen wird.
Das Beispiel zeigt, dass empirische Daten je nach Interesse eingesetzt werden können. An sich besagt die Untersuchung jedoch lediglich, dass Straßensperren massiven Umwegverkehr und damit höhere Abgasemissionen verursachen. Was Politik und Gesellschaft mit dieser Erkenntnis anfangen, muss erst geklärt werden. Unter dem Gesichtspunkt scheint die Fan-Meile während der Euro 2008 in Wien jedenfalls keine gute Idee gewesen zu sein
Nachdem geplant ist, die Mariahilfer Straße in eine zusätzliche Fußgeherzone umzuwandeln, ein Vorschlag zur Güte: Wäre es nicht für alle Beteiligten optimal, Großdemos in den sowieso autofreien Bereichen abzuwickeln? – Einerseits weniger Emissionen; andererseits mehr Publikum!
Die Studie kann beim Österreichischen Verein für Kraftfahrzeugtechnik (ÖVK) unter info@oevk.at angefordert werden.
