Die Rahmenbedingungen sind bekannt: Zwar lag der Pkw-Markt 2011 mit 56.145 Neuzulassungen auf Rekordniveau, doch die Erträge der Autohändler waren unbefriedigend. „Um die in Zukunft wohl geforderten Investitionen tätigen zu können, wäre eine Umsatzrendite von 3 % nötig“, unterstrich Komm.-Rat Burkhard Ernst, Bundesgremialobmann des Fahrzeughandels. Doch selbst wenn man die kleinsten Betriebe unter 10 Mitarbeitern oder 2 Mio. € Jahresumsatz abzieht, lag die Durchschnittsrendite im Kfz-Einzelhandel 2009/10 laut KMU Forschung Austria nur bei 0,7 %. In der gesamten Kfz-Wirtschaft wurden 1,1 % erwirtschaftet.
„Dabei gibt es zu denken, dass die Hersteller in ihrer überwiegenden Mehrzahl satte Gewinne ausweisen“, so Einzelhandelssprecher Komm.-Rat Ing. Josef Schirak. „Mit Nachdruck“ wehrte er sich dagegen, dass die Händlerspannen von einzelnen Importeuren „durch überzogene Standards, laufende Verweigerungen von Garantie- und Kulanzkosten und andere finanzielle Belastungen zweckentfremdet“ würden. Durch sein „oftmals jeglicher kaufmännischer Vernunft entbehrendes Verhalten“ sei der Autohandel aber auch selbst für die Ertragskrise verantwortlich.
Importeursobmann und BMW-Importchef Dr. Gerhard Pils skizzierte in seinem Referat die Bedeutung von Kundenzufriedenheit und professionellem Service, der europäische Markenhändlervertreter Jaap Timmer ging auf die Aktivitäten der Gewerbevereinigung CECRA ein und Fachanwalt Dr. Christian Genzow erläuterte die Auswirkungen des GVO-Wegfalls. Sein Fazit: Die Rahmenbedingungen für den Autohandel würden sich deutlich verschlechtern, Chancen für die erfolgreiche Entwicklung von Klein- und Mittelbetrieben seien aber dennoch vorhanden.
Einen ausführlichen Bericht zur Markenhändlertagung lesen Sie in der am 20.1. erscheinenden Ausgabe unserer Wochenzeitung Eurotax AUTO-Information.