Monatelang schwebte der schwedische Autobauer zwischen Bangen und Hoffnung, erst vergangene Woche hatte es nach einer Millionen-Überweisung des potenziellen Käufers Youngman noch positive Nachrichten aus Trollhättan gegeben. Doch seit Montag früh ist alles anders: Youngman teilte mit, dass man aufgrund des anhaltenden Widerstands von General Motors, wo man sich gegen die Überlassung der Konzerntechnik an die Chinesen gewehrt hatte, nicht mehr an der Fortführung der Gespräche und an einer Reorganisation des Unternehmens interessiert sei. Der einzige Ausweg von Saab-Vorstand Victor Muller war daher, am Montagvormittag beim Bezirksgericht in Vänersborg Konkurs für Saab Automobile AB, Saab Automobile Tolls AB und Saab Powertrain AB zu beantragen.
Der in den Niederlanden ansässige Eigentümer Swedish Automobile N.V. will ersten Meldungen zufolge seine Anteile an Saab komplett abschreiben.
Mag. Stefan Mladek, Country Manager der Österreich-Niederlassung, wollte über mögliche weitere Schritte am Montag nicht sprechen: „Wenn der Konkursantrag vom Gericht angenommen wird, bedeutet das auch für uns in Österreich den Konkurs, da wir ja eine direkte Niederlassung sind.“ Es sei nun anzunehmen, dass im Falle eines akzeptierten Konkursantrages der vom Gericht eingesetzte Konkursverwalter so viel Geld wie möglich für die Gläubiger lukrieren werde. Der stets zu Optimismus neigende Mladek, der auch schon den Konkurs vor drei Jahren hinnehmen hatte müssen: „Vorläufig bedeutet das nur das Ende von Saab unter der jetzigen Eigentümerstruktur, aber noch nicht das Ende der Marke Saab.“
In den ersten elf Monaten hatte Saab in Österreich 164 Neuzulassungen verzeichnet; im November war aber nur noch 1 Fahrzeug des schwedischen Autoherstellers neu zugelassen worden. Das Werk in Trollhättan steht schon seit April still.
