Das Auto würde für die Menschen „immer mehr an Bedeutung verlieren“, weil in den ersten 9 Monaten 82 % der Luxusfahrzeuge, 67 % der Oberklassemodelle und 63 % der Kleinbusse (welch Überraschung!) nicht von „natürlichen Personen“, sondern von Firmen angemeldet worden sind. Die CO2-Malusgrenze für betrieblich genutzte Fahrzeuge sei daher von 160 auf 140 Gramm zu senken, die (ohnehin auf wenige Modelle beschränkte) NoVA-Befreiung komplett abzuschaffen. Und SUVs würden meist von Männern gekauft, was – so die Botschaft zwischen den Zeilen – nichts anderes bedeute als Asphalt-Machismo in Reinkultur: Das sind die jüngsten Aussagen des verkehrspolitisch einschlägig bekannten VCÖ.
Der Arbeitskreis der Automobilimporteure macht sich die Mühe, diese eigenwillige Interpretation der Zulassungsstatistik im Detail zu widerlegen: Oberklassefahrzeuge würden „allen steuerlichen Schikanen zum Trotz von Unternehmen für ihre Mitarbeiter gekauft“ und die rasche Verbreitung umwelt- und sicherheitsrelevanter Technologien ermöglichen. Frauen seien „längst als Entscheidungsträgerinnen erkannt worden“. Der scheidende Vorsitzende Mag. Ingo Natmessnig unterstreicht, dass die positive Zulassungsentwicklung eine „Bewertung der Industrie durch den Kunden“ sei: „Der Markt regelt wie immer das Angebot. Den Kunden zu unterstellen, mehr Geld für zusätzlichen Treibstoffverbrauch ausgeben zu wollen, ist für uns nicht nachvollziehbar.“
In den Breitenmedien erntete der VCÖ mit seinen ewig gleichen Aussagen bislang mehr Echo als die Gegenarbeit der Automobilimporteure. Doch man darf hoffen: Beispielsweise wird es laut Dr. Christian Pesau, Geschäftsführer des Importeursarbeitskreises, zum Jahreswechsel eine eigene TV-Sendereihe von und für die Autobranche im ORF geben. Damit erfüllt sich ein lang gehegter Wunsch von Importeuren und Händlern. Auch die von der Schweizer Importeursvereinigung vorgelebte Idee, Politiker vor Wahlen nach ihrem Abstimmungsverhalten in Kfz-Belangen zu bewerten und diese „Rangliste“ zu veröffentlichen, hätte eine nähere Betrachtung verdient.
