In der aktuellen Juni-Ausgabe von AUTO & Wirtschaft haben wir uns intensiv mit China beschäftigt, neben Expertenmeinungen zur Autoindustrie haben wir auch die Expertise eines Sinologen eingeholt, um die Mentalität sowie die wirtschaftliche Motivation besser einschätzen zu können.
Mehr zu unserem China-Schwerpunkt
Ein wichtiges Thema ist dabei die Verlässlichkeit und Kontinuität: Zwar gibt es hohe Kontinuität und Langfristigkeit bei der staatlichen Planung, bei den Unternehmen erfolgen durch den hohen Druck aber oft sehr rasche Änderungen der Strategien. Einerseits technisch, weil sie es können und die kurzen Entwicklungszeiten ein großer Wettbewerbsvorteil sind. Anderseits strategisch, weil die Konzern-Lenker sehr ungeduldig sind und schnelle Erfolge einfordern. Beispiele dafür sind so manche Änderung in der Vertriebs-Strategie, aber selbst kurzfristige (bzw. vorübergehende) Beendigungen des Europa-Engagements sind möglich.
Schwere Entscheidung
All das muss ein Händler heute abwägen, wenn er sich für eine chinesische Marke entscheidet. Ohne China-Brand wird es andererseits schwierig. Denn die Offensive ist unübersehbar und die Bedeutung der neuen Marken wird steigen, selbst wenn das tatsächliche Volumen schwer abzuschätzen ist. Welche Marken reüssieren werden, ist noch schwieriger zu prognostizieren.
Kommentar zu China-Marken (Anfang 2026)
Fakt ist: Für die meisten Marken-Betriebe wird es eine Erweiterung brauchen. Denn selbst wenn die Marke einigermaßen stabil ist, geht das Werkstätten-Geschäft durch die Elektromobilität zurück. Dazu kommen negative Entwicklungen in der Kundenloyalität sowie in der Preissensibilität im Aftersales. Um die Werkstätten weiter auszulasten, braucht es neben einer Erweiterung des Aftersales-Angebotes meist auch eine Erhöhung des Fahrzeug-Pools in der Region. In den wenigsten Fällen steht dafür eine etablierte Marke zur Verfügung. Aber es gibt viele Newcomer.
Noch einige Marken in den Startlöchern
Und hier ist die Dynamik gewaltig. Wir sehen das in unserer laufenden Berichterstattung, aber auch bei unserem jährlichen Marken-Überblick „MARKEN & Händler“, den wir soeben in Druck geschickt haben. Quasi mitten in der Fertigstellung sind zwei News hereingekommen: iCAUR, eine weitere Marke aus dem Chery-Konzern, will noch 2026 in Österreich starten. Und GAC Aion – bereits bei Magna in Graz in Produktion – kommt mit Colmobil, dem Importeur von Jaecco | Omoda, nach Österreich.
Soeben erschienen: Marken & Händler 2026
Darüber hinaus warten wir auf den Markteintritt von Changan, einem der großen China-Player, der mit Deepal bereits in Europa aktiv ist. Zeekr aus dem Hause Geely ist in Deutschland ebenso bereits verfügbar wie Great Wall (Ora und Wey).
Andererseits hat sich etwa Aiways komplett aus Europa zurückgezogen, mit entsprechenden Problemen für Kunden, die etwa in Deutschland solche Fahrzeuge besitzen. Es ist noch viel in Bewegung.
Alles über etablierte Händler
China oder Nicht-China, welche Marke, welcher Importeur? Die Antworten auf diese Fragen sind schwierig, aber auch zeitkritisch. Denn die chinesischen Manager haben es eilig mit dem Erfolg.
