Zum Start des diesjährigen WERKSTATT-FORUMS betonte A&W-Geschäftsführer Stefan Binder im Gespräch mit Moderator Christian Clerici die enorme wirtschaftliche Bedeutung von Werkstatt und Aftersales für die gesamte Kfz-Branche und die daher logische Konsequenz, eine entsprechende Plattform zu etablieren.

„Wir stehen vor großen Herausforderungen und wollen Kfz-Betriebe mit Expertise unterstützen“, wie A&W-Verlagsleiter Gerald Weiss erklärte.

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Großes Potenzial für digitale Zustandserfassung in der Annahme 

Systeme für die vollautomatische digitale Fahrzeug-Zustandserfassung bieten vielerlei interessante Entwicklungsmöglichkeiten für Kfz-Betriebe, sagte Florian Andrä, Verkaufsleiter Investitionsgüter bei Würth. „Objektive Bewertung schafft Kundenvertrauen, und durch die Erkennung von bisher unerkannten Reparaturpotenzialen entsteht mehr Umsatz.“ Gleichzeitig würden die digitalen Tools die Mitarbeiter freispielen, um mehr auf den Kunden einzugehen.

Mut zur E-Mobilität – Ein Werkstatt-Impuls aus der Praxis

In seinem Vortrag „Mut zur E-Mobilität – Ein Werkstatt-Impuls aus der Praxis“ stellte Michael Dittmar von Dittmar & Stachowiak Autodienst in Bochum (D) fest: „Ein kaputtes Auto ist ein gutes Auto!“ Auch wenn es elektrisch angetrieben ist.

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Viele Werkstätten wollen Elektroautos am besten gar nicht angreifen, auch wenn ganz reguläre Dinge zu reparieren sind. Natürlich braucht es Schulungen und Equipment, aber auch bei Verbrennern gab es stets neue Technologien, mit denen man sich beschäftigen musste. „Die Invests sind überschaubar“ und „Menschenverstand ist immer wichtig“ sind zwei der Learnings aus Dittmar’s Vortrag. 

Reparaturaufwand einschätzen

Über Trends in der Karosseriereparatur referierte Helge Kiebach, Geschäftsführer Kraftfahrzeugtechnisches Institut (KTI). Er spannte den Bogen von der Karosserietechnik über künftige Instandsetzungstechniken bis zum Umgang mit verunfallten E-Autos. "Äußerlich leichte Schäden könnten schnell zu wirtschaftlichen Totalschäden führen", wie Kiebach betonte.

Wenn man so ein Fahrzeug annehme, müsse man sich als Betrieb fragen, ob es für das Fahrzeug Ersatzteile gebe, wie teuer diese seien und wie lange die Ersatzteil-Lieferzeiten seien. Nach Prüfung der Hersteller-Vorgaben könne man den Aufwand der Reparatur einschätzen und den Auftrag annehmen oder gegebenenfalls wieder ablehnen. 

Lack- und Karosseriebranche zwischen Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit

Ein prominent besetztes Podium widmete sich Trends, Chancen und Herausforderungen im Lack- und Karosseriesegment. „Die Energiewende setzt auch wirtschaftliche Hebel in Bewegung“, betonte Daniel Kapeller, Country Sales Manager AkzoNobel Österreich. „Der Kunde will mehr Funktionen im Autoglas-Bereich“, verwies Christian Baum, Geschäftsführer Sekurit Service Deutschland und Zentraleuropa, auf mehr Technologien direkt in den Fahrzeugscheiben.