Keine eierlegende Wollmilchsau-Chefin, aber eine mit klarem Plan: Sarah Lamboj hat smart Österreich von einem Vertriebspartner pro Bundesland zur Marke mit voller Modellpalette geführt – Bestelleingang plus 30 Prozent im ersten Halbjahr 2026. Jetzt steht der nächste Schritt an: mehr Standorte, ohne die Nähe zum Kunden zu verlieren. Im Gespräch erzählt die CEO, wie sie das angeht.
Die Karriere von Sarah Lamboj begann nach ihrem Studium der Unternehmensführung konkret beim Mobilitäts-Startup mytaxi. Dort erlebte sie den Wandel vom klassischen Taxidienst zur multimodalen App hautnah mit, stieg 2015 zur Doppel-Geschäftsführerin auf,trieb 2019 das Rebranding zu Free Now voran und beschäftige sich 2014 das erste Mal mit Elektromobilität.
Führungsstil bei smart Österreich: Keine eierlegende Wollmilchsau
Als eine der wenigen Frauen an der Spitze eines Automobilimporteurs sieht Lamboj ihren Führungsstil weniger als Frage des Geschlechts, sondern der Generation. Zentral ist für sie das Einbeziehen des Teams statt Top-down-Entscheidungen: „Ich bin nicht die eierlegende Wollmilchsau-Chefin, die alles weiß, sondern ich habe mein Team, um die Expertise dazuzuholen."
Frauen, so ihre Beobachtung, würden dabei tendenziell weniger hierarchisch denken und sich stärker horizontal vernetzen. Ein Vorteil gerade in kleinen Teams, in denen Konflikte oder Unwohlsein schwer zu verstecken sind.
Von der Frauenquote hält die Managerin wenig. Sie wolle einen Job „aufgrund meiner Kompetenz“ bekommen, nicht als „Quotenfrau“. Historisch habe die Quote aber ihre Berechtigung gehabt, um Türen zu öffnen. Bei smart Österreich liegt der Frauenanteil im Team ohnehin bei rund 50 Prozent. Ohne gezielte Steuerung, wie Lamboj betont, sondern als Ergebnis gelebter Diversität.
Sichtbar sein: Lambojs Rat an Frauen in Führungspositionen
Konkrete Frauenförderprogramme gibt es bei smart nicht, wohl aber ein offenes Mentoring-Angebot für alle Mitarbeitenden. Ihr persönlicher Rat an junge Frauen in Führungspositionen: authentisch bleiben, sich sichtbar machen und nicht auf die Beförderung warten, die von selbst kommt. „Wir müssen dafür kämpfen, gesehen zu werden", so Lamboj, ein Learning, das sie auch aus ihrer eigenen frühen Karriere mitgenommen hat.
Digital first, Nähe immer: smart-Österreich-Vertriebsstrategie
Geschäftlich hat sich smart Österreich unter Lamboj vom Nischenanbieter zur Marke mit voller Modellpalette entwickelt – vom Zweisitzer bis zum Fünfsitzer #5 und damit auch weg von der reinen B2C-Marke. Im ersten Halbjahr 2026 konnte smart Österreich den Bestelleingang um 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr steigern, mehrheitlich getrieben vom smart #5 und neuen B2B-Kunden. Bei den kleineren Modellen #1 und #3 hält sich das Verhältnis zwischen Privat- und Firmenkunden noch bei rund 50:50, mit dem Launch des #5 ist die Nachfrage im Firmenkundenbereich jedoch spürbar.
>> Lesen Sie hier den Flotten-Testbericht über den smart #5
Der Vertriebsansatz: „Digital first, human always." Kunden erwarten heute Preistransparenz, Verfügbarkeit und Abschlussfähigkeit online, aber auch persönliche Begleitung. Deshalb verbindet smart Österreich den Online-Direktvertrieb mit einem kuratierten physischen Netz aus Vertriebspartnern und Experience-Touchpoints: Preis, Konfiguration und Vertragsabschluss laufen digital, Probefahrt, Beratung, Auslieferung und Service über die lokalen Partner vor Ort.
Händlernetz-Ausbau: smart Österreich plant „gesundes Wachstum"
Gestartet ist smart Österreich bewusst mit einem Vertriebspartner pro Bundesland, für den Anfang eine solide, aber überschaubare Abdeckung. Mittlerweile zeigt sich laut Lamboj deutlich: In manchen Regionen mit stärkerer Nachfrage fehlt noch ein eigener Standort. Die Netzerweiterung ist daher aktuell eines der zentralen Projekte der Landesgesellschaft.
Erste Gespräche mit potenziellen neuen Partnern laufen bereits, Konkretes lässt sich aber noch nicht nennen. Klar ist für Lamboj auch: Es wird kein Sprung auf 30 Standorte im nächsten Jahr geben, sondern ein „gesundes Wachstum". Schritt für Schritt, ergänzt um sukzessiven Ausbau im After-Sales-Bereich, wo aktuell 14 Standorte zur Verfügung stehen.
Ausblick: Der Zweisitzer kommt 2027 zurück
Wichtig ist der CEO dabei, trotz Wachstum die Nähe zum Kunden nicht zu verlieren. Das kleine, überschaubare Team ermöglicht direkten Kontakt zu den Vertriebspartnern – ergänzt durch persönliche Begleitung bei der Beratung, etwa wenn es um die praktische Vorführung von Schnellladefähigkeiten geht. Diese Kombination aus digitalem Vertrieb und physischer Nähe soll auch beim für 2027 angekündigten smart #2 tragen, mit dem die Marke zu ihren kompakten Wurzeln zurückkehrt – diesmal mit deutlich mehr Reichweite als früher.
>> Lesen Sie mehr über den #2 hier
FAQ – häufig gestellte Fragen zu smart Österreich
- Wie viele Vertriebspartner hat smart Österreich aktuell?
- smart Österreich ist mit einem Vertriebspartner pro Bundesland gestartet. Aktuell wird das Netz gezielt erweitert, vor allem in Regionen mit stärkerer Nachfrage – ein konkreter Standort-Fahrplan wird laut CEO Sarah Lamboj noch nicht kommuniziert. Im After-Sales-Bereich stehen bereits 14 Standorte zur Verfügung.
- smart Österreich ist mit einem Vertriebspartner pro Bundesland gestartet. Aktuell wird das Netz gezielt erweitert, vor allem in Regionen mit stärkerer Nachfrage – ein konkreter Standort-Fahrplan wird laut CEO Sarah Lamboj noch nicht kommuniziert. Im After-Sales-Bereich stehen bereits 14 Standorte zur Verfügung.
- Wie hat sich der Bestelleingang von smart Österreich 2026 entwickelt?
- Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Bestelleingang von smart Österreich um 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr, getrieben vor allem vom smart #5 und einer wachsenden B2B-Kundschaft.
- Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Bestelleingang von smart Österreich um 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr, getrieben vor allem vom smart #5 und einer wachsenden B2B-Kundschaft.
- Wann kommt der smart #2 nach Österreich?
- Der smart #2 ist für 2027 angekündigt und soll die Marke mit deutlich mehr Reichweite zu ihren kompakten Zweisitzer-Wurzeln zurückführen.
