Alles begann vor etwa 35 Jahren mit einem Steyr 1100 D, den der 15-jährige Franz Jüly aus Bruck an der Leitha aus einer Scheune gerettet hatte: „Das war das erste Auto, das ich von Grund auf selbst restauriert habe“, so Jüly, der in weiterer Folge relativ rasch zahlreiche andere Fahrzeuge bei sich zu Hause stehen hatte. Eine Mechaniker-Ausbildung hat er übrigens bis heute nicht: „Ich habe Landwirtschaft gelernt und die Arbeit an den Autos war immer eher ein Hobby.“ Doch aus diesem Hobby entstand eine Passion, die im „Oldie Point“ gipfelte, dem hauseigenen Fahrzeugmuseum und -handel. Jüly startete relativ bald nach dem Steyr mit dem An- und Verkauf von Oldtimern. Je mehr Interesse da war, desto größer wurde das Hobby, bis man in Spitzenzeiten sogar 4 Mitarbeiter zusätzlich zu ihm hatte: „Einer für den Ein- und Verkauf und 2 bis 3 Leute in der Werkstatt.“

Doch die Restauration der Fahrzeuge wurde schlussendlich ein Opfer der Zeit, denn einen Oldtimer wirtschaftlich rentabel zu restaurieren ist heutzutage nur noch schwer möglich. „Darum haben wir so rund um die Covid-Zeit damit aufgehört und unseren Fokus gänzlich auf den Verkauf gelegt“, erklärt Jüly, der das Geschäft mittlerweile an seinen Sohn übergeben hat. 

Trend zum Oldtimer

Und genau diesen Verkauf der Fahrzeuge, die fast ausschließlich auf Kommission verkauft werden, leitet nun Christoph Blecha. Er sieht aktuell wieder einen Aufschwung bei den Oldtimern: „Viele junge Menschen interessieren sich plötzlich wieder für ältere Autos. Und da es auch hier Fahrzeuge in den verschiedenen Preisklassen gibt, werden die meisten auch fündig.“ Woran dieser Aufschwung liegt, kann Blecha nicht ganz beantworten, doch er geht davon aus, dass es mit dem allgemeinen Trend zu Vintage-Produkten einhergeht. „Es gibt eine gewisse Tendenz zu alten Möbeln, Kleidung etc. Und in gewisser Weise ist das auch eine Sache von Nachhaltigkeit, da man eben ein altes Auto kauft.“

Die Schnelllebigkeit des Online-Handels sieht Blecha hier als Segen und Fluch zugleich: „Auf der einen Seite findet man dadurch extrem viele Kunden, und das sehr schnell. Auf der anderen Seite ist durch das Internet die Preisstabilität der Fahrzeuge nicht mehr so gegeben wie früher.“