Vielleicht wäre alles nicht passiert, wenn das Auto an besagtem Wochenende nicht in der Kaisermühlenstraße/Ecke Industriestraße im 22. Wiener Gemeindebezirk gestanden wäre. Denn am späten Montagabend, als ich von der U2-Station nebenan wieder zum Parkplatz ging, war er weg, der Hyundai Ioniq 5. Dreieinhalb Jahre alt, weiß, perfekt serviciert, die App war am Samstag bei exakt 73.385 Kilometern stehengeblieben. Mein Firmenauto.

Vermeintliche Erlösung

Der Parkplatz war leer, mitten in der Nacht. Anruf bei der Polizei und Abschleppdiensten: Nichts. Daher Anzeige bei der Polizei mit allen Daten und Fakten. Leasingfirma und Versicherung wurden informiert. Dann plötzlich, nur 25 Stunden später, der (vermeintlich) erlösende Anruf: „Die Kollegen in Rumänien haben Ihr Fahrzeug gefunden.“ Große Erleichterung: Erstens, weil ich den Ioniq 5 wirklich mochte, und zweitens weil im Auto einige -wenige persönliche Gegenstände waren. 

„Die Rückholung wird Probleme bereiten“, hatte der Polizist gleich gesagt. Und wirklich: Bei jedem Anruf wurde es mühsamer. Da das Auto in Rumänien mitsamt Fahrer „bei der letzten Mautstation vor der bulgarischen Grenze“ gestoppt worden war, muss der Lenker laut rumänischem Recht eine „Verzichtserklärung“ abgeben. Und dann beginnen die Mühlen der Justiz zu mahlen, am Balkan geht das nicht schneller als bei uns. Mehrere vergebliche Anrufe, selbst bei der rumänischen Staatsanwaltschaft: Doch wenn niemand den genauen Standort weiß, fühlt sich auch niemand für die Rückholung zuständig. Dann, nach einem Monat und einem Tag, als das Fahrzeug laut Artikel 1.1 der Vollkasko-Versicherung bei der Allianz Elementar Versicherungs-AG als Totalschaden zu bewerten ist, weil das Fahrzeug „in Verlust geraten ist und nicht innerhalb eines Monats nach Eingang der Schadenmeldung wieder zur Stelle gebracht wird“, der nächste Anruf bei der Polizei. 

Und plötzlich ist alles anders. Denn der Beamte sagt, dass der Polizei ein Irrtum unterlaufen ist: „Bezüglich Ihres gestohlenen Fahrzeuges gibt es noch keine Erkenntnisse zum Verbleib. Es wurde zwar ein Hyundai Ioniq 5 sichergestellt, jedoch handelt es sich nicht um Ihr Fahrzeug. Die Ermittlungen zu diesem Fall sind aber noch nicht abgeschlossen.“

Die Hoffnung stirbt zuletzt!