Mit der 2025er-Bilanz nähern sich die Pkw-Neuzulassungen langsam, aber sicher wieder der Vor-Corona-Arä an, und dennoch: „Es gibt nach wie vor Luft nach oben“, betonte Günther Kerle, Sprecher der österreichischen Automobilimporteure. Er verwies in diesem Zusammenhang auch auf die Bemühungen der Hersteller, den CO2-Ausstoß der Fahrzeuge kontinuierlich nach unten zu schrauben. Bei Pkws mit Verbrennungsmotor hat der durchschnittliche CO2-Ausstoß im vergangenen Jahr 122 g/km betragen. Rechnet man die E-Fahrzeuge dazu, so lag der Durchschnittswert bei 96 g/km und damit bereits sehr nahe dem vorgegebene EU-Ziel von 94 g/km. 21,3 Prozent aller neuzugelassenen Pkws im Vorjahr waren rein batterieelektrische Fahrzeuge. Damit lag man hierzulande deutlich über dem EU-Schnitt von 16,9 Prozent. „Wir wollen ganz klar betonen, dass die Mobilität der Branche elektrisch ist“, so Kerle.

Für 2026 gibt er sich optimistisch: Er rechnet mit einem leichten Plus auf 290.000 Pkw-Neuzulassungen und hofft, dass die Zurückhaltung der Privatkunden weiter abnimmt.

„Spürbare Belebung des Marktes“

Die starken Zuwächse im Vorjahr stimmen auch Komm.-Rat Ing. Klaus Edelsbrunner, Bundesgremialobmann des Fahrzeughandels in der Wirtschaftskammer Österreich, zufrieden. Es gab eine „spürbare Belebung des Marktes“, Steigerungen konnten das gesamte Jahr 2025 über beobachtet werden. Für ihn ist jedoch entscheidend, dass die Zukunft technologieoffen bleibt. Kundinnen und Kunden müssten jenes Auto bekommen, das zu ihrem Alltag, zum Budget und zu den Rahmenbedingungen passe, hält Edelsbrunner fest. Beide Branchenvertreter nahmen die Präsentation der Neuzulassungszahlen zum Anlass, um ihren Unmut über Entscheidungen der Politik Ausdruck zu verleihen. In der Causa Rückvergütung der Normverbrauchsabgabe (NoVA) beim Export von Fahrzeugen irritiert Edelsbrunner, dass die Regierung diese Maßnahme in ein „Betrugsbekämpfungspaket“ verpackt hat. Damit stellt man die gesamte Kfz-Branche unter Generalverdacht. Importeurssprecher Kerle bezeichnet die NoVA generell als „das größte Bürokratiemonster im Autohandel“. Sie ist laut Kerle „ein unüberschaubares Steuergesetz ohne irgendeinen Lenkungseffekt“. Und er legt eine drastische Forderung nach: „Die NoVA gehört abgeschafft.“ Stattdessen plädiert er für eine einfache Zulassungssteuer oder eine „Gebrauchssteuer“, die sich an den gefahrenen Kilometern orientiert. Die derzeitige NoVA-Regelung ist Edelsbrunner zufolge, „zu komplex und nicht mehr praxistauglich“. Er kündigt die Erarbeitung eines Reformvorschlags an, der noch in diesem Jahr mit der Politik diskutiert werden soll.

Plus 3,4 Prozent bei Kfz-Neuzulassungen

Insgesamt sind im Vorjahr die Kfz-Zulassungen auf 381.860 Einheiten (+3,4 Prozent) gestiegen. Neben den beschriebenen Zuwächsen bei Pkws gab es Steigerungen bei den Neuzulassungen von Lkws der Klasse N1 (33.451; +1,1 Prozent) sowie bei land- und forstwirtschaftlichen Zugmaschinen (6.704; +1,2 Prozent). Rückgänge verzeichneten Lkws der Klasse N3 (2.696; -21,9 Prozent), N2 (516; -20,0 Prozent) und bei Sattelzugfahrzeugen (3.369; -4,4 Prozent). Auch im Zweiradbereich gab es Einbußen: Die Neuzulassungen von Motorrädern (32.061; -31,1 Prozent) und von Motorfahrrädern (9.210; -19,9 Prozent) entwickelten sich rückläufig.

Die Zahl der Pkw-Gebrauchtwagen-Ummeldungen stieg leicht um 4.848 auf 825.477 Einheiten. Besonders stark legten hier Pkws mit alternativen Antrieben zu – BEVs um 20,9 Prozent (34.700), Benzin-Hybride um 35,4 Prozent (69.893) und -Diesel-Hybride um 24,8 Prozent (24.019).