Oliver Blume, CEO der Volkswagen Group, hatte schon am Vorabend der Jahrespressekonferenz vom „massiven Gegenwind“ gesprochen, der den europäischen Autobauern entgegenweht – vor allem aus den USA: 5 Milliarden Euro, so seine Rechnung, würden alleine die von US-Präsident Donald Trump aktivierten Zölle kosten: „5 Milliarden, die uns im operativen Ergebnis fehlen.“

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Tags darauf, bei der Pressekonferenz in Wolfsburg, präsentierten Blume und Finanzvorstand Arno Antlitz dann die Zahlen – und die sehen teilweise in der Tat nicht gut aus: Zwar lagen die Umsatzerlöse 2025 mit 321,9 Milliarden Euro nur knapp hinter dem Niveau von 2024, als 324,7 Milliarden Euro erzielt wurden. Doch das operative Ergebnis, das 2024 noch 18,1 Milliarden Euro betragen hatte, sank 2025 um 53 Prozent auf 8,9 Prozent.

Zuwächse in Europa und Südamerika

Weltweit wurden im Vorjahr von allen Konzernmarken 8,984.000 Fahrzeuge an Kunden ausgeliefert (-0,5%). Die Erfolge im Fahrzeugabsatz kamen vor allem aus Europa (+5 Prozent) sowie aus Südamerika (+10 Prozent), während das Geschäft in Nordamerika um 12 Prozent und in China um 6 Prozent zurückging. Insgesamt 22 Prozent aller abgesetzten Autos waren vollelektrische Fahrzeuge (+55 Prozent gegenüber 2024).

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In der Markengruppe Core, in der neben Volkswagen und VW Nutzfahrzeuge auch Škoda, Seat und Cupra vertreten sind, stieg der Absatz 2025 von 4,960.000 auf 5,125.000 Fahrzeuge. In der Gruppe Progressive (Audi, Lamborghini, Bentley, Ducati) wurden 1,145.000 nach 1,123.000 Neuwagen abgesetzt, und im Bereich Sport Luxury (Porsche) gab es vor allem wegen der geringen Nachfrage in China einen Rückgang von 313.000 auf 266.000 Fahrzeuge. Der Absatz der schweren Nutzfahrzeuge (Scania, MAN) sank ebenfalls, von 335.000 auf 306.000 Einheiten.

"Unsere Zukunftsprogramme wirken"

Auch wenn immer wieder neuer Gegenwind aus unerwarteter Seite auftritt, verbreitete Blume Optimismus: „Unsere Substanz ist robust, unsere Zukunftsprogramme wirken.“ Denn jetzt würden auch die Fahrzeuge in den Markt kommen, die man nach der vor 3 Jahren begonnen Neuausrichtung auf die Räder gestellt habe. „Produkte, die für die jeweilige Weltregion maßgeschneidert sind.“ Damals, vor 3 Jahren, sei man „in China am Boden gelegen“, sei man „kurz vor einem Software-Kollaps gestanden und sei der gesamte Konzern „in einer kritischen Phase“ gewesen“, so Blume.

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Doch was erwartet der Konzern für 2026? Eine operative Umsatzrendite zwischen 4,0 und 5,5 Prozent – falls die derzeit gültigen Zollsätze Bestand haben. Blume: „Unsere Substanz ist robust, unsere Zukunftsprogramme wirken.“ Der Konzern hofft vor allem auf Erfolge mit kleinen Elektroautos, die im 12-Wochen-Abstand im Laufe des Jahres auf den Markt kommen: Mit Cupra Raval, VW ID. 2, Škoda Epiq und VW ID. Cross soll der Anteil der E-Mobilität weiter steigen.

Übrigens: Nach dem Stellenabbau, der vor 3 Jahren begonnen wurde, sank die Zahl der weltweit im Konzern tätigen Mitarbeiter um 16.600 auf 662.900. Hier wird für heuer ein weiterer Stellenabbau erwartet.

Wei