Schon bei der Eröffnung des bereits 17. A&W-Tages in der Wiener Hofburg hat A&W-Geschäftsführer Stefan Binder die Chancen in den Mittelpunkt gerückt und ein positives und zukunftsorientiertes Programm angekündigt. Das sollte sich im Laufe des Tages bewahrheiten, denn in nahezu allen Vorträgen und Podiumsgesprächen wurde – auf Basis der aktuellen Herausforderungen und der zweifellos intensiven Transformation – auf die Chancen, Möglichkeiten und Lösungen eingegangen.

Gleichzeitig war beim intensiven Austausch der Besucher untereinander sowie dem intensiven Austausch mit den Ausstellern viel Zuversicht, Optimismus und eine gewisse Aufbruchstimmung zu verspüren.

Entscheidende Veränderungen

Doch was hat sich verändert gegenüber den vergangenen Jahren, wo eher die Probleme, die großen Herausforderungen der Transformation und die schwierige Gesamtsituation im Vordergrund standen? Offenbar einiges und entscheidendes:

So erlebt – durch die hohen Spritpreise und eine Produktoffensive – die Elektromobilität einen richtigen Boom, der nun alle Zweifel an der neuen Technologie beseitigt. Alle Händler, die selbst oder gegenüber dem Kunden noch unsicher waren hinsichtlich des neuen Antriebs, wissen heute: Das Thema ist durch, die E-Mobilität ist massentauglich und sie gewinnt massiv an Bedeutung. Das gilt ganz besonders auch für den Gebrauchtwagenmarkt, wo der E-Antrieb lange Zeit ein Sorgenkind war. Mittlerweile ist das gebrauchte Strom-Auto ein Bestseller und wichtiger Bestandteil am Gebrauchtwagen-Platz. Damit nimmt auch das so wichtige Ökosystem rund um die Elektromobilität Fahrt auf, etwa das Ladezubehör, die Ladeinfrastruktur, die THG-Quote oder bidirektionales Laden und V2G. 

Das war der A&W-Tag 2026

Darüber hinaus wurde die Position des Handels zuletzt gestärkt: Zum Teil, weil neue Antriebe und innovative Ausstattungen wieder mehr Beratung brauchen. Vor allem aber, weil die Hersteller bemerkt haben, dass es ohne etablierten Handel vor Ort nicht funktioniert.

Dabei haben die chinesischen Anbieter einen wesentlichen Anteil: Denn speziell bei neuen Marken ist das Vertrauen zum lokalen Händler unerlässlich und Voraussetzung für den Erfolg. Gleichzeitig hat sich der Wettbewerb unter den Importeuren verstärkt: Plötzlich haben Händler wieder Alternativen in ihrer Region und damit eine andere Verhandlungsposition gegenüber ihren bestehenden Marken. Dieser Wettbewerb gilt natürlich auch für Standards, Margen und Prozesse.

Die neuen Marken arbeiten teils wie Start-ups, eher hemdsärmelig, großzügiger bei den Standads und bei den Margen, weniger bürokratisch in den Abläufen. Dabei brauchen wir uns keiner Illusion hingeben: auch hier kommen die Mühen der Ebene. Aber derzeit ist es ein Ansporn für alle Importeure, partnerorientierter zu arbeiten und den Händler wieder stärker als Kunden zu sehen.

Digitalisierung und KI

Nicht zuletzt lichten sich auch langsam, aber merkbar die Schatten der Digitalisierung und vor allem der KI. Die Anbieter haben erkannt, dass die Lösungen allein noch gar nichts bringen, vielmehr die individuelle Umsetzung im Betrieb entscheidend ist. Nur dann kommt auch der Mehrwert und die Verbesserung.

Die Bildergalerie vom A&W-Tag 2026

All das hat sich bei den Vorträgen, bei Podiumsgesprächen und auch bei den Ausstellern gezeigt. Es war ein spannender Mix aus langjährigen Branchenpartnern, die etwa in der Kundenbindung durch Finanzierung, Versicherung und Garantie wichtiger sind denn je. Und es gibt zahlreiche neue Anbieter von Tools und Lösungen, die das Geschäft im Autohaus verbessern und erleichtern sowie effizienter und ertragreicher gestalten.

Nicht vergessen darf man dabei, dass der Aufholbedarf der vergangenen Jahre auch wieder Schauraumfrequenz und Stückzahlen bringt und damit für gute Stimmung sorgt. Das zaubert die Transformation zwar nicht weg, aber es macht sie leichter und motivierter bewältigbar.

Der A&W-Verlag bildet ein breites Meinungsspektrum ab. Kommentare müssen nicht der Meinung des Verlags entsprechen.