Traditionell machten Michael Pecherstorfer (Vizepräsident der WKOÖ), Martin Sonntag (Spartenobmann Handel) und Markus Redl (Spartenobmann Gewerbe & Handwerk) unter Moderation von Martin Buchholzer den Anfang beim Tag der Kfz-Wirtschaft Oberösterreich. Für Pecherstorfer standen vor allem drei Probleme ganz oben auf der Prioritätenliste:

  • Enorme Kostenbelastung im Bereich Energie und Löhne
  • Die steigende Bürokratie
  • Fachkräfte- und Arbeitskräftemangel

"Durch diese Punkte steht man vor Herausforderungen in Oberösterreich noch produzieren zu können", so der WKOÖ-Vize. Positiv streicht Pecherstorfer allerdings hervor, dass "unsere Betriebe in OÖ mit ihrere Innovationskraft und ihrem Engagement es auch in schwierigen Zeiten schaffen erfolgreich zu sein."

Lob für Landesgremium und Händler

Handelsobmann Sonntag lobt wiederum den Einsatz und die Leidenschaft der heimischen Händler und allen voran auch Landesgremialobmann Adolf Seifried, der bei der Abschwächung der neuen NoVA-Regelungen federführend daran gearbeitet hat, "dass die NoVA so geändert wurde".

Für Spartenobmann Gewerbe & Handwerk, Markus Redl, unterstreicht die Wichtigkeit der Industrie: "Ja, die Industrie macht Gewinne. Aber ohne Industrie würde es auch der Kfz-Wirtschaft nicht so gut gehen. Also sollte man auf die produzierenden Betriebe auch Rücksicht nehmen." Auch für ihn ist das Thema Energiekosten ein besonders wichtiges.

Seifried: "Danke an Familie Büchl"

Im Anschluss standen zwei, mehr oder weniger, neue Gesichter auf dem Podium. Daniel Holzinger, der zum Jahreswechsel den Staffelstab von Jörg Silbergasser als Landesinnungsmeister übernahm und Adolf Seifried, Landesgremialobmann Fahrzeughandel, der im Vorjahr durch seinen Stellvertreter Johann Kneidinger vertreten wurde. 

Notwendig wurde diese Vertretung im Vorjahr, da Seifried in seinem eigenen Betrieb große Probleme mit einem Lieferanten hatte und entsprechend seine unternehmerische Zukunft auf der Kippe stand. In einem sehr persönlichen Eingangsstatement skizzierte Seifried die Situation und bedankte sich vor allem bei Familie Büchl, die durch ihr Gerichtsverfahren gegen einen Importeur ein richtungsweisendes Urteil erreichte. "Ohne dieses Urteil, würde ich hier heute vermutlich nicht mehr als Autohändler stehen", so Seifried.

Holzinger übernimmt für Silbergasser

Für Daniel Holzinger war es der erste Branchentag der Kfz-Wirtschaft als neuer Landesinnungsmeister, nachdem er zum Jahreswechsel die Funktion von Jörg Silbergasser übernommen hatte. "Ich stehe fast jeden Tag selbst in der Werkstatt, um Probleme zu suchen und zu finden. Und wenn es bis in die Nacht dauert. Ich bin einfach ein Techniker." 

Und Themen gibt es für Holzinger genügend:

  • Ab dem kommenden Schuljahr wird die Kfz-Ausbildung neu aufgesetzt. Während alle Fachbereiche das erste Schuljahr noch gemeinsam machen, wird danach aufgeteilt.
  • Außerdem gibt es ab dem nächsten Jahr einen Engpass bei den Lehrabschlussprüfern. Aus diesem Grund appellierte Holzinger an die Teilnehmer des Kfz-Tages, sich dafür zu melden.
  • Und auch die EU-Pickerl-Richtlinie, zu der es noch immer kein konkretes Gesetz gibt, beschäftigt Holzinger täglich.

Silbergasser, der ebenfalls anwesend war, nutzte das Ende der Veranstaltung auch für eine symbolische Übergabe. Als Staffelstab fungierte in diesem Fall ein goldener Gabelschlüssel.

Autonomes Fahren bringt "mehr Volumen in der Werkstatt"

Vor der Pause gaben Walter Enser und Helmut Stuphann von Bosch einen Einblick in die Produkte von Bosch und wie dort das Thema Software-Defined Vehicles gedacht und erarbeitet wird. Vor allem das Thema Autonomes Fahren spielt dabei eine große Rolle.

Für Stuphann ist diese Entwicklung auch kein Grund zur Sorge: "Mit dieser Technologie schaffen wir es Menschen die individuelle Mobilität näher zu bringen, die sie vorher nicht nutzen konnten. Wir schaffen als mehr Kilometer und nicht weniger. Und damit auch mehr Volumen in der Werkstatt."

Kampfansage an Autobörsen

Zum Abschluss des offiziellen Teils war Andreas Kühnen, Experte für Online-Marketing und Gründer der Agentur Kühnen, auf der Bühne. Er arbeitet gemeinsam mit Google in Deutschland am Aufbau der Google Vehicle Ads – also eine Alternative zu den klassichen Autobörsen. 

Für Kühnen gäbe es "keinen Grund, noch Geld an Autobörsen zu verschwenden", da man mit den Vehicle Ads von Google deutlich bessere Ergebnisse erziele. Zumindest sieht das so für seine Test-Bubble in Deutschland so aus.

Aktuell läuft beim großen Nachbar noch eine geschlossene Beta-Phase. Die offene Beta-Phase soll noch in diesem Jahr starten, ein Datum für einen vollen Roll-out gibt es noch nicht. Und somit auch keine Info, wann und ob diese Google Vehicle Ads in Österreich starten werden.

Fotos: cityfoto.at/Simlinger Wolfgang