Wie die populärwissenschaftliche Plattform „New Scientist“ in einem Online-Beitrag berichtet, habe ein namhafter amerikanischer Automobilhersteller ein Patent für ein System erhalten, „das es einem Auto ermöglicht, sich selbst wieder in Besitz zu nehmen, wenn sein Besitzer mit den Zahlungen nicht Schritt hält“.
Doch damit nicht genug: Reagieren der Besitzer oder die Besitzerin weiterhin nicht, könnten sie an bestimmten Tagen oder zu bestimmten Zeiten vom Fahrzeug „ausgesperrt“ werden oder es in der Freizeit beziehungsweise am Wochenende für sie nicht mehr nutzbar sein.
Zur Arbeit fahren dürften sie allerdings noch: Schließlich soll ihnen ja nicht die Möglichkeit genommen werden, das Auto letztendlich zu bezahlen…
Falls alle diese Maßnahmen nicht wirken sollten, schleppt sich das Fahrzeug – vorausgesetzt, es kann autonom fahren – selbstständig ab: je nach Zustand ins nächste „Pfandl“ oder gleich zum Schrottplatz.
Worum es vielen Herstellern geht, manifestiert sich auch an diesem Beispiel: Sie wollen (noch) mehr Kontrolle. Und auch für den Handel dürfte das langfristig nicht viel Gutes bedeuten: Er darf zwar Basismodelle verkaufen, lukrative kostenpflichtige Zusatzdienste oder Nutzungen werden wohl mit Monats-Abos von den Autobauern an die Userinnen und User gebracht, wie das bei Verwendung bestimmter Computer-Programme bereits üblich ist.
Über die „Lufthoheit“ verfügen werden wohl die Hersteller mit ihren Systemen: Sowohl – dann vielleicht zahlungspflichtige – Over-the-Air-Updates als auch diverse, als Abo pflichtig entdeckte Funktionen wie auf Kundenwunsch höhere E-Motorleistung, Hinterradlenkung oder stärkere Beschleunigung könnten die Kassen der (Rekord-)Erträge gewohnten Autobauer zusätzlich klingeln lassen.
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