An dieser Stelle stand vor wenigen Wochen ein äußerst lesenswerter Beitrag des Unternehmensberaters Horst Pohl, in dem er vor der Entwicklung warnte, dass die Hersteller mehr und mehr günstige Kleinwagen und Einstiegskonfigurationen aus dem Markt nehmen. Dieselben Hersteller, möchte ich anmerken, welche lautstark von der Politik fordern, dass Mobilität für die Konsumenten leistbar bleiben müsse, und dazu Steuersenkungen einfordern.
Mich erinnert das schmerzlich an jenes Versprechen von der Preisgleiche zwischen E-Autos und Verbrennern, die seit einigen Jahren in baldige Aussicht gestellt wird. Obwohl die oft postulierte „magische Preisgrenze“ bei den Traktionsbatterien längst nach unten durchbrochen sein muss, bewegen sich die Einstiegspreise in die Elektromobilität immer noch deutlich über jenen der „Old Mobility“.
Und auch, wenn es stimmen mag, dass die Stromer ausstattungsbereinigt mit Verbrennern und Hybriden preislich mithalten können – es fehlen oft die leistbaren Basismodelle. Und hat der Interessent ein scheinbar günstigeres Modell genauer ins Auge gefasst, müssen an sich unverzichtbare „Features“ wie Schnelladefähigkeit oder Wärmepumpe extra bezahlt werden.
Der hohe Preis der E-Autos schreckt laut DAT-Report über die Hälfte der Befragten vom Kauf eines BEV ab - beim Gebrauchtwagen übrigens sogar noch mehr als beim Neuwagen. Damit ist der Preis neben mangelnder Reichweite die höchste Hürde zum Einstieg. Und das, obwohl Vater Staat beim Elektroauto nach wie vor ordentlich dazuzahlt.
Die Zeche zahlt der Kunde, und auch das Autohaus, das sich mit diesem vom Start der „customer journey“ an unzufriedenen, sich abgehängt fühlenden Kunden auseinandersetzen darf.
Wenn er denn überhaupt noch kommt und sich nicht anderweitig nach Mobilität umschaut. Angebote gibt es – jedenfalls genug, um weitere Dellen in den Automarkt zu klopfen.
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