Die Studie „Beschäftigungseffekte im Kfz-Gewerbe 2030/2040“ der Landesagentur für neue Mobilitätslösungen und Automotive Baden-Württemberg, zeigt, wie sich die „Treiber“ des Wandels – neue Antriebsvarianten, veränderte Vertriebsmodelle und digitale Arbeitsweisen auf die Autowirtschaft – auswirken könnten.
Dramatisch: Bis zum Jahr 2030 könnten die Mitarbeiterzahlen in unserem Nachbarland von 435.000 auf 356.000 um 18 Prozent zurückgehen, bis 2040 würden rund 28 Prozent – das wären um 123.000 weniger als heute – in der Kfz-Branche tätig sein. Unter anderem sei mit einem Minus von 34 Prozent im Handel sowie jeweils 24 Prozent in den Bereichen Werkstatt und Teile zu rechnen.
Wie die Studienautoren betonen, sei die gesamte Wertschöpfungskette vom Wandel betroffen. Gründe dafür seien einerseits ein prognostizierter schrumpfender Fahrzeugbestand als wichtiger Teil der Wertschöpfung und andererseits deutlich weniger Umsatzaussichten im Aftersales. Was Praktiker aus ihrer Erfahrung berichten, bestätigt die Studie: Batteriefahrzeuge ergäben 30 bis 50 Prozent weniger Arbeitswerte.
Umgelegt auf Österreich ist wohl mit einer ähnlichen Entwicklung zu rechen – tritt die Prognose der Experten ein, würden hierzulande insgesamt über 12.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihren Job verlieren. Einschneidend auswirken könnte sich dieser Wandel wohl für die österreichischen Zulieferbetriebe. Aber auch für die Werkstätten ist der Ausblick langfristig nicht rosig: Dass mit rasch steigendem E-Auto-Bestand der Servicebedarf gegenläufig massiv abnimmt, bestätigen ja einige Händler bereits, die viele E-Autos verkauft haben. Mit dem von der EU fixierten „Verbrenner-Aus“ im Jahr 2035 und der von der Politik ablehnenden Haltung gegen E-Fuels schrumpfen auch die Chancen für ein lukratives Werkstattgeschäft.
Gute Ratschläge sind teuer, wir maßen uns nicht an, solche an dieser Stelle zu erteilen: Fest steht, dass Betriebe langfristig Alternativ-Auswege für sich und ihr Umfeld, in dem sie aufgestellt sind, finden müssen. Das könnte neben weiterer Qualifizierung, um der neuen Technik nicht tatenlos gegenüberzustehen, im Worst Case vielleicht auch eine branchenfremde Lösung sein…
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