Die Höchstgeschwindigkeit auf deutschen Autobahnen auf 120 km/h zu begrenzen, könne pro Jahr 6,7 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente einsparen, behauptet das deutsche Umweltbundesamt (UBA). Noch im Oktober 2021 hatte die Behörde noch ein Papier veröffentlicht, in dem von 2,6 Mio t die Rede war. Grund für die korrigierten Zahlen seien neue Rechenmodelle.

Auch in Österreich bleibt die Debatte am Köcheln. Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) begrüßte Anfang Jänner zwar, dass die Gesamt-Emissionen aus dem Verkehr im Jahr 2022 gesunken sind, kritisierte aber das "zu geringe Ausmaß" des Rückgangs. "Um den CO2-Ausstoß des Verkehrs im nötigen Ausmaß reduzieren zu können, braucht es rasch zusätzliche Maßnahmen. Die 'Low Hanging Fruits' des Klimaschutzes, wie niedrigere Tempolimits, sind endlich zu nutzen", so der VCÖ. Ein Tempolimit von 80/100 könne über 800.000 t CO2 einsparen. Auch der WWF fordert angesichts der aktuellen THG-Bilanz "Sofortmaßnahmen im langjährigen Problemfeld Verkehr, darunter niedrigere Tempolimits".

Ob Tempolimits wirken, ist umstritten: Während Befürworter von bis zu 25 % CO2-Einsparung durch Tempo 100/80 sprechen, rechnet der ÖAMTC in seiner offiziellen Stellungnahme mit lediglich 1-3 % Einsparungen. Dem liege die tatsächlich gefahrene Durchschnittsgeschwindigkeit auf Autobahnen und Schnellstraßen zugrunde, die deutlich unter den Limits liege. Der Club sieht keine Rechtfertigung dafür, die Limits generell zu senken, räumt allerdings ein, dass ja ein jeder selbst entscheiden könne, langsamer zu fahren. "Wir sind der festen Meinung, dass hier Überzeugungsarbeit mehr bringt als verordnete Tempolimits", heißt es.