Als Landei, das seit fast 25 Jahren von Herzen gern in Wien wohnt, weiß ich: Das Hauptverkehrsmittel für die letzte urbane Meile wächst in zweifacher Ausführung unten aus dem Bauch heraus und lässt sich mit Willenskraft steuern. Als Betriebsenergie dient Frittiertes, Unfiltriertes und manchmal Destilliertes.

Keine Überraschung, dass einer neuen Konkurrenztechnologie in Form von Elektrorollern nicht nur mit dem hier üblichen skeptischen Granteln, sondern beim Auftauchen erster Probleme mit wütender Ablehnung begegnet wurde.

Dann schmissen ein paar der Nutzer die Dinger einfach auf den Gehsteig oder gleich in den Donaukanal, rempelten Fußgänger an, und fertig war der Rohrkrepierer.

Einige Unvernünftige bringen also eine an sich ganz gute Sache nachhaltig in Verruf. Erinnert Sie das an etwas? Auch auf unserer Seite der Mobilität muss man leider feststellen, dass mit Vernunft und gutem Willen in den letzten Jahrzehnten vieles verhindert hätte werden können, was heute gern als „Auto-Bashing“ beklagt wird. Immerhin weiß man bei den großen Konzernen nachweislich schon lange über die Gefahren des Klimawandels Bescheid. Was Hersteller, Zulieferer und auch Autofahrer nicht daran gehindert hat, technische Fortschritte in Sachen Energieeffizienz und Umweltfreundlichkeit postwendend in "größer, schwerer, stärker" umzumünzen.

Aber noch ist – hüben wie drüben – nicht aller Tage Abend. In Wien kriegen die E-Scooter, wie ich lese, noch eine Chance. Es wird halt viel von Vernunft und gesundem Menschenverstand abhängen. Wie immer mit ungewissem Ausgang.

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