Zwar haben sich die Vertreter des Europäischen Parlaments, des EU-Rates und der -Kommission am Donnerstag vergangener Woche auf strengere CO2-Abgasnormen für Pkw-Neuwagen bis 2030 und auf ein Defacto-Verbrennungsmotor-Verkaufsverbot (da 100 % CO2-Emissionsreduktion) ab 2035 geeinigt. Für den Einsatz synthetischer Treibstoffe ließen die EU-Politiker aber noch ein Hintertürchen offen, denn dem Beschluss ist die „Bitte“ beigelegt, dass die EU-Kommission 2026 den Einsatz von E-Fuels für Pkw prüfen soll.
Jetzt ob des Beschlusses gleich in die große Depression zu verfallen, ist mit Sicherheit der falsche Weg. Noch ist mehr als eine Dekade Zeit, sich auf die neuen Gegebenheiten einzustellen und da ein Auto gut und gerne einmal deutlich mehr als 10 Jahre im Inland bewegt wird, werden wir auch bis 2050 Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor in Europa antreffen, aber es wird wohl nicht mehr die Mehrzahl sein. Denn die Transformation ist in vollem Gange und Wehklagen hilft da wenig, vielmehr ist Anpacken angesagt. Und das tun sowieso die meisten Betriebe: Investitionen in die Reparatur und Servicierung von E-Autos stehen an der Tagesordnung und die jüngere Geschäftsführer-Generation ist den alternativen Antrieben sowieso bereits wohlwollend gestimmt.
Natürlich hat die E-Mobilität auch ihre Schattenseiten – egal ob in der Herstellung oder beim Recycling sowie bei einigen offenen Punkten rund um Energieverfügbarkeit und Ladeinfrastruktur. Aber auch diese Fragen werden sich lösen lassen, da sich auch das „Drumherum“ ändern wird. Gab es Ende 2021 hierzulande noch rund 2.750 Tankstellen, so steht diesem Markt ebenfalls eine Zäsur bevor. Wenn die Spritnachfrage weiter sinkt, werden sich die Betreiber nach Zusatzgeschäften rund um alternative Mobilität(sformen) umschauen müssen. Das tun bereits einige Betreiber, viele werden noch folgen müssen. Und dann gibt es ja auch noch den Wasserstoff, der viel (Entwicklungs- und Ertrags-)Potenzial für die Zukunft bietet!
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