Es ist ein mutiger Schritt, den Ford setzt – aber einer, der notwendig ist, wenn man das Bekenntnis zur Elektromobilität in die Tat umsetzen will: Natürlich könnte der Hersteller auch irgendwo eine Fabrik auf die grüne Wiese stellen und die bisherigen Werke in Köln und Valencia so lange weiterbetreiben, bis in der neuen Fabrik dann die Elektroautos produziert werden. Doch Ford bekennt sich zum Erhalt des traditionsreichen Standortes Köln und will auch die Expertise der dortigen Arbeiter im Fahrzeugbau für die künftigen beiden BEV-Modelle nützen.
Ähnlich ist die Vorgangsweise in Valencia, wo in knapp einem halben Jahr die letzten Galaxy und S-MAX produziert werden: Auch dort wird auf E-Autos umgerüstet. Dass die beiden großen Modelle nicht mehr weiter produziert werden, ist verständlich: Die Zeit der großen Vans ist nach rund einem Vierteljahrhundert endgültig ausgelaufen. Österreich ist (wegen der steuerlichen Vorteile) eines der wenigen Länder, in denen der große Van noch in ansehnlicher Stückzahl verkauft wird (auch weil Volkswagen und Seat, um die beiden letzten Mitbewerber zu nennen, ihre Modelle schon längst gestrichen haben): 1.001 Neuzulassungen gab es beim Galaxy in den ersten 9 Monaten in Österreich, das ist ein Minus von 25,6 Prozent. Dazu kommen noch 75 S-MAX (-8,5%).
Vom Fiesta wurden in Österreich heuer in den ersten 3 Quartalen 662 Stück zugelassen, das ist ein Rückgang von 41,8 Prozent: Hier ist der Puma ein hausinterner Konkurrent, von dem heuer 1.135 Stück neu auf Österreichs Straßen kamen – wobei auch der Puma unter den massiven Lieferschwierigkeiten litt (-36,1%).
Was Ford hier tut, ist aber erst der Anfang: Wetten, dass in den kommenden 12 Monaten auch andere Hersteller einige Modelle aus ihren Reihen streichen (oder dies zumindest ankündigen) werden? Auch sie werden der E-Mobilität breiten Raum widmen. Die größte Wende in der Geschichte der Autoherstellung hat jetzt endgültig begonnen.
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