Immer wieder hört und liest man von Blockaden an wichtigen Verkehrsadern in Ballungsräumen und Besetzungen von Baustellen im „Namen der Umwelt“, wo Demonstranten mit allen Mitteln den Straßenverkehr und Straßenbau-Projekte zum Erliegen bringen wollen – inklusive des Festklebens von diversen Körperteilen auf Fahrbahnen und anderen Objekten. Die Folge sind unnötige Staus und am Stand laufende Motoren, die den CO2-Ausstoß des motorisierten Individualverkehrs nur noch weiter erhöhen und damit am eigentlichen Sinn im wahrsten Sinne des Wortes vorbeisteuern. Andernorts zünden "Umweltschützer" noch andere Eskalationsstufen, etwa mit einer Tomatensuppen-Schütt-Aktion in Richtung eines Van-Gogh-Gemäldes. Der genaue Sinn erschließt sich hier wohl nur wenigen.

Verstehen Sie mich nicht falsch, auch mir ist viel daran gelegen, den nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Umwelt zu hinterlassen. Nicht immer heiligt der Zweck aber auch die Mittel. Denn gerade in Österreich wird trotz anderslautender Kritik sehr viel unternommen, um den Umweltschutz hochzuhalten und – auch das sollte nicht vergessen werden – ist es ja nicht nur der Straßenverkehr allein, der für Emissionen (aller Art) verantwortlich zeichnet. Von besetzten Industriebetrieben, bäuerlichen Anwesen oder Kellern mit Festbrennstoff-Kesseln in Privathaushalten habe ich bis dato aber nichts mitbekommen, aber vielleicht steht uns ja das noch bevor?!

Der (europäische) Verkehrssektor ist seit einigen Jahren, die Politik gibt es ja laufend vor, mit strikten Emissionsreduktionszielen konfrontiert, die wohl auch eingehalten werden – zumal ja kein Autobauer gerne Strafzahlungen in Milliardenhöhe in Kauf nimmt. Eine Folge davon ist das stetig steigende Angebot an E-Fahrzeugen, die zumindest lokal emissionsfrei unterwegs sind. Das sollte Umweltschützer einigermaßen beruhigen, denkt man, doch auch das ist nicht der Fall. Es geht vielmehr darum, das Motto „Auto raus“ Wirklichkeit werden zu lassen und auf diesen Zug springt (mancherorts) auch die Politik auf. Jüngstes Beispiel sind mögliche Einfahrtsbeschränkungen für die Wiener City und eine angekündigte rigorose Überwachung derselben. Mit einer "radikalen Verkehrsberuhigung" kennt man sich auch in der französischen Hauptstadt Paris gut aus, wo Autos aus immer mehr Straßen einfach verbannt werden. Man darf also gespannt sein, welche „Maßnahmen“ den Autofahrern hierzulande noch bevorstehen.

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