"Wer seine Lebenszeit in Form von Arbeit verkaufen muss, muss dafür Steuern abliefern. Wer leistungsfrei zu Vermögenzuwachs kommt (Erben) muss nichts bezahlen. Es ist Zeit, dass die Workforce die Antwort darauf gibt“, gibt sich ein User im Online-Forum des „Standard“ unter einem entsprechenden Artikel klassenkämpferisch.

Andere führen den Unwillen zur Vollzeit darauf zurück, dass der Erwerb von Eigentum mit einem normalen Gehalt sowieso illusorisch sei. Folgerichtig verzichte die Jugend dankend auf den „großen Traum“ von Haus oder teurem Auto und genieße dafür lieber die Gegenwart.

Beide Argumentationslinien bedeuten aus Sicht der Kfz-Wirtschaft nicht gerade rosige Aussichten.

Schon 2020 erhob die Arbeiterkammer, dass der Österreicher maximal 36 Stunden pro Woche arbeiten wolle. Gleichzeitig wuchsen die Klagen über All-in-Verträge oder erwartete Erreichbarkeit auch an Feierabend und Wochenende. Die Arbeitgeber berichten im Gegenzug von sinkender Loyalität und wachsenden Schwierigkeiten, geeignete Mitarbeiter zu finden.

War der Arbeitsmarkt in den letzten Jahrzehnten immer ein „buyers’ market“, herrscht derzeit in vielen Branchen Mangel an (qualifizierten) Arbeitskräften. Kann es sein, dass die Arbeitnehmer einfach die Gelegenheit nutzen, um ihre Ansprüche besser durchzusetzen?

Das muss nicht immer ein höheres Gehalt sein: Ein oberösterreichischer Betrieb hat seinen Fachkräftemangel etwa dadurch in den Griff bekommen, dass er eine Vier-Tage-Woche bei gleichbleibender Arbeitszeit eingeführt hat.

Der Arbeitsmarkt ist in Bewegung. Wie erleben Sie diese Entwicklung in Ihren Unternehmen, und was tun Sie, um die Besten für Ihren Betrieb zu gewinnen/zu halten? Schreiben Sie mir gerne Ihre Meinung...

*die ist gemeint

Der A&W-Verlag bildet ein breites Meinungsspektrum ab. Kommentare müssen nicht der Meinung des Verlages entsprechen.