Nachdem 2021 trotz sehr niedriger Vergleichsbasis – aufgrund des Chipmangels – erneut einen Rückgang der EU-Neuwagenzulassungen zu verzeichnen war, rechnet der europäische Herstellerverband ACEA für 2022 mit einer Rückkehr zum Wachstum. Dabei liegen die prognostizierten 10,5 Millionen Einheiten (plus 7,9% gegenüber 2021) aber noch immer fast 20% unter dem Wert von 2019, also dem Vorkrisenniveau.
Die ACEA fordert daher die EU auf, die Abhängigkeit von ausländischen Zulieferern zu verringern, „um derartige Schäden für strategische europäische Industrien in Zukunft zu vermeiden.“
ACEA fordert Ausbau der Ladestationen
"Vor dem Hintergrund eines schrumpfenden Fahrzeugmarktes im letzten Jahr, der durch Probleme in der Lieferkette behindert wurde, haben elektrisch aufladbare Autos weiter an Marktanteilen gewonnen und machen nun fast jeden fünften in der Europäischen Union verkauften Neuwagen aus“, berichtet Oliver Zipse, ACEA-Präsident und CEO der BMW Group. Das sei grundsätzlich eine sehr erfreuliche Nachricht. "Wir dürfen jedoch nicht vergessen, dass es sich um einen noch recht zerbrechlichen Markt handelt, der in hohem Maße von Unterstützungsmaßnahmen wie Kaufanreizen und vor allem von der flächendeckenden Verfügbarkeit von Ladeinfrastruktur abhängt“, so Zipse. Die Verkäufe von Elektroautos sind in den vergangenen 5 Jahren viermal schneller gestiegen als der Ausbau der Ladestationen (siehe Grafik).
Die ACEA fordert das EU-Parlament und den Rat daher auf, den ursprünglichen AFIR-Vorschlag (Infrastruktur für alternative Kraftstoffe) der Europäischen Kommission deutlich zu verschärfen um ein ausreichend dichtes Netz von Lade- und Betankungsinfrastrukturen in Europa sicherzustellen.
