Dass immer weniger Werkstattausrüster, Teilehändler und Reifenhersteller am Genfer Salon teilnehmen, ist an sich nicht überraschend: Schließlich waren diese primär an Schweizer Gewerbetreibenden interessierten Aussteller schon immer ein Fremdkörper im global-luxuriösen Messetreiben der Automobilkonzerne. Außerdem müssen die Kfz-Spezialisten nicht nur die Einmalkosten des Messeauftritts stemmen, sondern von 3. bis 13. März beinahe 2 Wochen lang die Stellung halten – bei kontinuierlich abnehmender Fachbesucherdichte.

 

Angesichts dessen ist die Zahl der Halle-7-Austeller gegenüber dem Vorjahr von 58 auf 48 Firmen geschrumpft. Die Ausstellungsfläche wurde gar um 40 Prozent verkleinert. Ein Wachstum gab es nur bei den Anbietern von Modellautos, Putzmitteln, Wunderklebern und Co. Ohne sie wäre der Ausstellerrückgang noch drastischer – doch ob sich die verbliebenen Großunternehmen in dieser Nachbarschaft wohlfühlen?

 

Bemerkenswert ist, was die Veranstalter daraus machen: Die angesichts der dürftigen Ausstellerzahlen viel größeren Messestände werden in „großzügige Lounges oder Kaffee-Bars“ umgedichtet, die Besucher werden „zum Entdecken großzügigerer Stände und zum Verweilen eingeladen“, sogar von „charmanten Piazzas“ und „kleinen Boutiquen“ fabuliert die Presseabteilung. Über so viel PR-Eifer kann man nur schmunzeln.

 

Aus österreichischer Sicht gilt es freilich aufmerksam zu beobachten, ob das Konzept „Fachausstellung“ für die zur Kostendisziplin gezwungene Branche nicht generell an Attraktivität verliert – auch wenn die AutoZum all das richtig macht, was in Genf offensichtlich nicht mehr zur Zufriedenheit der (ehemaligen) Aussteller verläuft.