DAT-Geschäftsführungssprecher Jens Nietzschmann präsentierte in der „Software-Kathedrale“ von Microsoft in Berlin seinen Report 2016. Nach Auswertung von rund 4.000 Endverbraucher-Meinungen ist für ihn das Automobil noch lange kein Auslaufmodell: „90 % der Verbraucher gaben an, dass nur der eigene Wagen ihnen eine schnelle und individuelle Mobilität gewährleisten kann. Entsprechend ist das Carsharing für 88 % der befragten Pkw-Halter aufgrund des fehlenden Angebots keine Alternative zum eigenen Automobil.“

 

Zum Diesel-Skandal von VW ergaben die Datenerhebungen, dass zwar nur 16 % der Befragten wirklich wussten, worum es in der Sache geht. Gleichzeitig gaben 17 % an, dass sie sich aufgrund der Manipulation keinen VW mehr kaufen würden. „Es wird höchste Zeit, dass VW die Angelegenheit klärt“, sagte Nietzschmann.

 

Im Fakten-Monolog konzentrierte Dr. Martin Endlein, Leiter der DAT-Unternehmenskommunikation, seine Ausführungen auf die hohe Investitionsbereitschaft – durchschnittlich gab ein Gebrauchtwagenkäufer 10.620 €, ein Neuwagenkäufer 28.590 € für den Autoerwerb aus – auf die steigende Bedeutung des Internets (immer mehr Menschen nutzen für ihre Neu- und Gebrauchtwagenkaufabsichten das Internet), nur 10 % beschäftigen sich intensiv mit Antrieben abseits von Benzin und Diesel (22 % der Neuwagen- und 14 % der Gebrauchtwagenkäufer schließen Alternativantriebe nicht aus). Gut ein Drittel der Autofahrer (36 %) wechselte die Räder in Eigenregie, 53 % nutzte dafür eine Werkstatt. Der Markenhandel war an 42 % der GW-Käufe beteiligt und verkaufte erstmals seit 1996 wieder mehr Gebrauchte an Privatpersonen (39 %).

 

Wichtigstes Kriterium beim Kauf eines Automobils ist die Zuverlässigkeit des Fahrzeugs und das Vertrauen in den Kfz-Betrieb. Der Preis ist bei Neu- und Gebrauchtwagenkäufern ein schlagendes Kriterium. In diesem Zusammenhang wurden beim Markenhandel besonders viele Gebrauchtwagen mit Garantie erworben (86 %). Das Internet nimmt dem Autohandel und -service jeden noch so kleinen wirtschaftlichen Spielraum, sodass die Forderung nach erleichterten Standards wieder laut wird. Um den sich rapid ändernden Ausbildungsgrad für den Kfz-Nachwuchs leisten zu können, müssten die Hersteller auch diesbezüglich mit in die Pflicht genommen werden.

 

Dieser Appell von ZDK-Präsident Jürgen Karpinski verhallte ungehört, weil die Spitzen und neben dem ZDK die Eigentümervertreter der Automobilhersteller (VDA) und -Importeure (VDIK) durch Abwesenheit glänzten. Der DAT-Report 2016 steht ab Mitte Februar 2016 unter www.dat.de/report zum Download bereit.