„Der E-Call ist an und für sich ein schlafendes System, bei dem die Daten nur dann übermittelt werden, wenn etwas passiert“, erklärt ÖAMTC-Experte Bernhard Wiesinger. Doch viele Autohersteller haben sich von einem reinen Notrufsystem entfernt und ein Servicecenter quasi zwischengeschaltet.

 

Dieses setzt im Falle des Falles den Notruf ab, kann dem Fahrer aber auch mit Restaurant-Tipps oder Serviceerinnerungen oder Reparaturhinweisen zur Seite stehen. Dabei ist es dem Besitzer des Fahrzeugs jedoch nicht möglich, zu entscheiden, welche Daten solche Systeme aus seinem Fahrzeug auslesen und an das Servicecenter des Herstellers übermitteln.

 

Viele Hersteller arbeiten hier mit einer an das Internet gebunden SIM-Karte. Dadurch können neben technischen Daten, Kilometerstand und Fahrverhalten zum Beispiel auch Kontakte aus dem Handy des Fahrzeugbesitzers weitergeleitet werden. Dies geschieht im Normalfall sogar rechtmäßig, denn wenn man ein vernetztes Auto kauft, unterschreibt man im Normalfall eine Klausel, mit der man der Übertragung der Daten an den Hersteller zustimmt.

 

Bei Einhaltung der Datenschutzrichtlinien und entsprechender Verwendung der Daten könnte das System eine Erleichterung für den Fahrer darstellen. Der ÖAMTC möchte jedoch mit der Kampagne „mein Auto, meine Daten“ auch auf den möglichen Missbrauch aufmerksam machen, wie zum Beispiel:

 

  • Sie wissen notwendiger Weise nicht, wann Daten von Ihrem Auto übertragen werden oder wie diese verwendet werden
  • Man hat oft keine Ausstiegsmöglichkeit, wenn Servicerichtlinien geändert werden; lehnt man die angebotenen Bedingungen ab, läuft man Gefahr, den Zugang zu allen Dienstleistungen zu verlieren
  • Man könnte aufgefordert werden, Servicearbeiten durchführen zu lassen, die man eigentlich nicht möchte
  • Reparaturrechnungen können höher ausfallen, wenn man die Werkstatt nicht selbst wählen kann
  • Da nur Fahrzeughersteller direkten Zugriff auf Fahrzeugdaten haben, müssen andere Dienstleistungsanbieter (wie etwa freie Werkstätten), dem jeweiligen Hersteller für den Zugriff auf Fahrzeug-Daten bezahlen und für die Lesbarkeit der Fehlercodes jeder Fahrzeugmarke eigene Programme anschaffen, was zu hohen Grundkosten führt. Teilweise werden unabhängige Werkstätten dadurch von den Geschäftsmodellen der Fahrzeughersteller abhängig


    Alle Infos zu diesem Thema finden Sie HIER.