Demnach wurden im Jahr 2015 allein in den USA über 45,8 Mio. Fahrzeuge wegen Sicherheitsproblemen zurückgerufen. Innerhalb von 2 Jahren wurden damit in den USA mehr als 108 Mio. Fahrzeuge aufgrund sicherheitsrelevanter Mängel in die Werkstätten beordert. Im Zeitraum zwischen 2010 und 2015 summieren sich die US-Rückrufe auf über 170 Mio. Pkw.

 

Nach Herstellern weisen die höchsten Rückrufquoten die japanischen Hersteller Mitsubishi Mazda und Honda sowie der zu FCA gehörende Hersteller Chrysler aus. Bei der Rückrufmenge belegen Honda, Chrysler und Toyota, die zwischen 10,7 und 6,7 Mio. Pkw. in die Werkstäten beorderten, die Negativ-Spitzenplätze (siehe beigefügte Grafik).

 

Mehr als 60 % der sicherheitsrelevanten Produktmängel am Fahrzeug betreffen lt. Studie im Jahr 2015 den Insassenschutz. Dafür verantwortlich waren jedoch nicht nur defekte Airbags des japanischen Zulieferers Takata. Vielmehr löste, wie die Studienautoren sagen, dieser Skandal eine Art Dominoeffekt aus, der zu einer grundsätzlichen Überprüfung der Insassenschutzeinrichtungen führte, die weitere Mängel zum Vorschein brachte. Mit rund 14 % konnten die Mängel der Elektrik/Elektronik zugeordnet werden. Auf Qualitätsmängel des Antriebsstrangs/Motors entfielen rund 8 % der Rückrufe, während 4 % der Lenkung, je rund 3 % der Karosserie und Bremsanlage sowie 1,6 % dem Fahrwerk sowie 6 % sonstigen Baugruppen zugeordnet werden konnten.

 

„Wenn 13 von 16 untersuchten Herstellern 2015 wegen sicherheitstechnischer Mängel mehr Fahrzeuge zurückrufen müssen als diese im gleichen Zeitraum verkauft haben, ist das insgesamt ein bedenkliches Qualitätsniveau der Branche“, sagt Studienleiter Prof. Stefan Bratzel. Wachsende Rückrufrisiken und steigende globale Sensibilität für Qualitätsmängel würden einen Paradigmenwechsel im Qualitätsmanagement der Automobilhersteller erfordern.

 

Das Risiko großer Rückrufaktionen sei durch marken- und modellübergreifende Plattform- und Gleichteilestrategien sowie globale Produktionsnetzwerke erheblich gestiegen.