Bei 6 % gestiegenen Arbeitslosen werden gute 308.000 Neuzulassungen die Statistik 2015 zieren, getragen vom Tageszulassungszunami in der letzten Dezember-Dekade mit letztendlich über 30 % Zuwachs.
Dabei wirken die der Realität näheren 285.000 Neuwagenverkäufe angesichts der herrschenden Wirtschaftslage schon recht übermütig formuliert.
Der Sieger und die Verlierer stehen fest. Die Regierung wird angesichts der am 13. Jänner von der offiziellen Fahrzeugwirtschaft vor einer Hundertschaft gegen die Automobilität orientierten Journalistenschar präsentierten Neuzulassungszahlen weiter gegen das Automobil mobil machen. Im Minimum wird von den GRÜNlingen eine Anhebung der Mineralölsteuer gefordert und ihnen auch politisch zugestanden werden. Dass das mit Tageszulassungen manipulierte Ergebnis kein attraktives Geschäftsmodell ist, wird von den Branchengranden nur hinter vorgehaltener Hand zugegeben. Indessen verfallen die Margen gegen Null und ein Autohaus nach dem anderen geht daran zugrunde.
Zieht man dazu auch noch die bereits kolportierten tollen Gebrauchtwagenergebnisse 2015 heran, geht es der Autobranche hervorragend. Dieser Logik konsequent folgend, kaufen Arbeitslose kraft unseres engmaschigen Sozialnetzes vermehrt Neu- und Gebrauchtwagen und kompensieren mehr denn je den Kaufunwillen jener Menschen, die sich kein Auto mehr leisten können oder wollen. Wer kann das verstehen?
Natürlich wird damit argumentiert, dass ja letztendlich die Fahrzeuge im Land verbleiben und irgendwann doch verkauft werden können. Bei manchen Marken wuchert indes das Gras aus den noch aus dem Vorvorjahr existierenden Tageszulassungsbeständen durch die Bodenplatte. Oder sie werden ins Ausland „exportiert“ und gehen solcherart dem nachgelagerten heimischen Servicegeschäft verloren. Ein natürlicher Zuwachs ist das nicht, eher ein politisch abgekartetes Spiel. Eng ist die Bande zwischen Politik, Industrie und Wirtschaftskammer geknüpft. Da passt nur das offizielle Statistikpapier dazwischen.
Auf der Wiener Autoschau wird parallel zur Ferienmesse wieder gute Stimmung demonstriert werden. So wollen es die Verlierer und sie schreiben wie die Jahre zuvor das Drehbuch für ihre Niederlage fort. Hauptsache, die Parteilogik bekommt den politischen Rückenwind, den es braucht, um das bröckelnde Machtgefüge zu erhalten. Klein- und mittelschichtige Wirtschaftsinteressen haben immer weniger Platz. So dürfen wir davon ausgehen, auch 2016 wieder über 305.000 Neuzulassungen ins Statistikpapier diktiert zu bekommen.
