Im Gegensatz zu Österreich prosperiert die Wirtschaft in Deutschland. Laut SpiegelOnline stieg 2015 die Kaufkraft im Rekordtempo. Geringverdiener profitieren von der Einführung des Mindestlohnes und so haben ungelernte (!) Arbeitnehmer beispielsweise im 3. Quartal 3,9 Prozent mehr in der Tasche, die Beschäftigten (?) insgesamt dagegen nur 2,6 Prozent. Wozu ist dann eigentlich die Bildungsoffensive noch zweckmäßig?
Und dann kommt es ganz toll: Die Arbeitslosenraten sind auf Rekordtief, doch Ältere haben davon in Zeiten des Aufschwungs nichts. Immer mehr von ihnen sind auf Hartz IV angewiesen und sie sind, ohne weiter in der Statistik aufzuscheinen, die großen Verlierer am Arbeitsmarkt. Alles verstanden?
Beiden Ländern ist eines gemeinsam: Wenngleich mit der negativen Absatzentwicklung zwangsläufig Umsatzverluste einhergehen, so konzentriert sich der geschäftliche Fokus finanziell immer kranker werdender (Auto)Firmen demnach auf die Ertragsseite mit Kosten- und vor allem Personalabbau.
Dessen ungeachtet kaufen die derart produzierten Arbeitslosen wie verrückt ein, schreiben willfährige Medien von einem erfolgreichen Jahr 2015. Das ist im vorauseilenden politischen Gehorsam Bauchpinseln der Wählerschaft.
Wir stellen uns die Frage, ob angesichts des fortgesetzten Stückzahlverlustes, des deutlichen Margendrucks und der wachsenden Arbeitslosenzahlen diese Strategie auf die Dauer aufrecht erhalten werden kann. Es sind Zweifel angebracht, ob mit dem immer billiger betriebenen Dienstleistungsbereich alleine eine Kompensation der Ertragsverluste aus dem Produkt selbst möglich bleibt. Ohne ausreichende Produkterträge durch Schaffung heimischer Arbeitsplätze werden die dennoch von der Regierung geforderten Investitionen kaum finanzierbar sein.
Am Ende dieses Jahres freuen wir uns auf das neue: Gleich zum Start auf der Vienna Auto Show werden unsere Branchengranden wieder über 305.000 Neuwagen in der Zulassungsstatistik bejubeln und kein Sterbenswörtchen über die darin befindlichen und zum Beobachtungszeitraum unverkauften 25.000 Tageszulassungen verlieren.
Aber alles ist gut, denn vom 13. bis 16. Jänner werden ausgewiesene Experten mit ihrer fachlichen Expertise dem bei der Eröffnung anwesenden Umweltminister Andrä Rupprechter den Besuchern – und vor allem den Händlern – erklären, wie sie auch 2016 wieder alle Hürden zum nächsten Verkaufserfolg nehmen können.
Blöd nur, dass sich das Teilnehmerfeld weiter lichtet.
