Mit branchenübergreifend 5.216 Fällen werden die Firmeninsolvenzen heuer um 5,5 % niedriger ausfallen als 2014, geht aus der aktuellen Hochrechnung des Kreditschutzverbands von 1870 (KSV) hervor. Verantwortlich dafür sei „eine Kombination von Stagnation und niedrigen Zinsen“, erläutert Insolvenzexperte Dr. Hans-Georg Kantner. 2016 rechnet er mit einem Insolvenzzuwachs „im unteren einstelligen Prozentbereich“ – vorausgesetzt, die Zinsen bleiben auf dem derzeit niedrigen Niveau, was nach der jüngsten Entscheidung der US-Notenbank aber fraglich erscheint.

 

Die Insolvenzen im Bereich „Transportmittel/Kfz“ werden laut dem KSV 2015 um 8,1 % auf 171 Fälle zurückgehen. Die eröffneten Insolvenzen dürften mit 110 Fällen exakt auf Vorjahresniveau liegen, bei den mangels Masse abgewiesenen Verfahren zeichne sich jedoch ein Rückgang von 76 auf 61 Fälle ab. Deutlich niedriger als 2014 wird laut dem KSV auch die Gesamthöhe der Insolvenzverbindlichkeiten ausfallen: Hier wird ein Rückgang von 110,1 auf 57,6 Mio. € prognostiziert.

 

Als größte Autohaus-Pleite des zu Ende gehenden Jahres nennt der KSV den Radstädter VW- und Audi-Betrieb Fritz Nemecek GmbH, bei dem im Juni Passiva von 5,3 Mio. € anfielen. Das Unternehmen ist nach wie vor geöffnet, während die beiden nächstgrößten Konkurse in Schließungen resultierten: Sowohl für die in Regau und Schwanenstadt tätige Autohaus Swoboda GmbH (3,7 Mio. € Passiva) als auch die CCL Car Center Linz GmbH (2,6 Mio. € Passiva) gab es keine Weiterführungsperspektiven mehr.