Demnach könnte der „Hardliner“ aus der Porsche-Holding-Schule zum Beispiel CEO Gerhard Schürmann nachfolgen, schätzen Marktbegleiter. Prickelnder ist die Vermutung, dass Klingler, der seinerzeit in der Salzburger Porsche Holding aus dem französischen Mitsubishi- und Yamaha-Importeur Sonauto die ebenfalls französische PGA-Motors zu einer der erfolgreichsten Einzelhandelsgruppen in Europa geformt hat, sein diesbezügliches Wissen in seine künftige Tätigkeit bei Frey einbringt.
Frey hat ein ähnliches Portfolio wie PGA. Bei einer allfälligen Strukturbereinigung in Wolfsburg könnte, so nicht Freys Finanzmittel diesen Schritt limitieren, ein ganz großer Coup bevorstehen, zumal PGA (283 Standorte in Frankreich, den Niederlanden Belgien und Polen) nicht zum Kerngeschäft von Volkswagen zählt. Klingler, der auch Weingüter samt -handel besitzt, hat eine große Marktkenntnis vor allem im westeuropäischen Fahrzeughandel erworben und besonders in der Konzentration von regional mit Mehrmarkenhandel tätigen Autohäusern seine Erfahrung. In ähnlichen Strukturen operiert die Frey-Gruppe. Das würde auch erklären, warum Klingler nicht zu einem anderen Automobilproduzenten gegangen ist.
Nach der Amag-Gruppe gilt das Familienunternehmen als zweitgrößtes Automobilhandelsunternehmen in der Schweiz und importiert bzw. handelt die Marken Toyota, Subaru, Suzuki, Mitsubishi, Kia, Daihatsu, Land Rover, Lexus, Jaguar, Daimler sowie teilweise Aston Martin. Zählt man die ausländischen Aktivitäten dazu, vor allem diejenigen in Deutschland mit den Marken von Fiat, BMW,Hyundai, Mazda, MB, Opel, Skoda, Subaru, Volvo und VW inkl. VW-Nfz. mit knapp 80 Standorten und wo seit 2014 der Mitsubishi-Import dazugehört, dann erzielt die Emil-Frey- Gruppe ein Umsatzvolumen von rund 7 Milliarden Franken bei über 6.000 Mitarbeitern.
