Das Geschäftsführer-Duo Klaus Müllner und Martin Schmid Schmidsfelden ließ in seinen Statements vor versammelter Lieferantenrunde klar erkennen, dass die Kompensationslast zu einem positiven Geschäftsjahr 2016 weitgehend auf ihren Schultern lasten wird. 20 Mio. € Schulden müssen rasch aus dem bankseitig entschuldeten Handelsunternehmen Forstinger GmbH – mit 115 Standorten und 50 Shop-in-Shop-Punkten im Doppler-Tankstellennetz – verschwinden, damit das Unternehmen nicht wieder in eine Insolvenz schlittert, wie das vorherigen Sanierern passiert ist.

 

Die Lieferanten sollen verbesserte Warenverfügbarkeit bei sonstigen Pönalverpflichtungen, Logistikoptimierungen und weitere Zugeständnisse in Preis- und Zahlungsmodalitäten leisten. Auch die Loyalität zum Forstinger-Komplex sei verbesserungswürdig, man könne nicht auf allen Kirtagen tanzen, lautet eine Forderung der Firmenleitung. Das Forstinger-Flugblatt müsse finanziell besser unterstützt werden, zumal auf diese Art und Weise auch die Präsenz der Lieferantenprodukte optimal das Käuferpublikum erreichen könne.

 

Über neue Vermarktungswege wurde natürlich auch gesprochen, wozu Webshop usw. als Argumentationsgrundlage dienen. Die Ausweitung des Produktportfolios wurde nicht thematisiert, auch nicht die fortgesetzte Erneuerung in die Standortqualität. Dazu fehle das Geld, erläutert Schmid Schmidsfelden. Zunächst müsse mit mehr Effizienz der Lieferanten gegen den Marktrückgang vorgegangen werden, erklärt Müllner, was für diese erhöhte Werbekostenzuschüsse bedeutet, ohne zusätzliche Umsätze versprechen zu können.

 

Forstinger will in der vorhandenen Eigentümerkonstellation mit seinen – auf 800 dezimierten – Mitarbeitern weiter bei der definierten Kernaufgabe (Auto)Mobilität bleiben, das ausschließlich gemietete Standortnetz beobachten und von Fall zu Fall Bereinigungsmaßnahmen umsetzen. 2016 steht nach der bereits erfolgten Kündigung des bisherigen Firmensitzes in Wien-Inzersdorf die Suche nach einem kleineren und kostengünstigeren Standort auf der Agenda. Im inzwischen installierten Zwischengeschäftsjahr soll Ende Oktober 2016 wieder ein ausgeglichenes Ergebnis aufscheinen.

 

Die Lieferanten nahmen die „hard facts“ mit höflichem Applaus zur Kenntnis. Kollektiven Widerspruch gab es keinen, was darauf schließen lässt, dass die Lieferanten und Servicepartner Forstinger fix in ihrem Umsatzprogramm eingeplant haben. Diese Erkenntnis lässt Müllner, Schmid Schmidsfelden & Co. selbstsicher auftreten. 2016 ist das nächste Zeitfenster zur wirtschaftlichen Wahrheit. Bis dahin wünschen sich die Protagonisten alles Gute!