Es sei richtig, dass Österreich im internationalen Vergleich relativ hohe CO2-Emissionen im Verkehr ausweise. Das liege aber nicht daran, dass die Österreicher aufgrund des günstigen Diesel-Preises mehr fahren würden als andere Europäer. Vielmehr sei die realitätsferne Erfassung von CO2 im Verkehr der Grund dafür. „Denn diese setzt den Verkauf von Sprit mit dem CO2-Ausstoß im jeweiligen Land gleich“, sagt Bernhard Wiesinger, Leiter der ÖAMTC-Interessenvertretung.
Das Phänomen „Tanktourismus“ werde schlicht ignoriert. Rund 28 % der CO2-Emissionen würden darauf zurückfallen, die größte Rolle spiele dabei der Güterverkehr. „Erhöht man die MöSt in Österreich, würden diese Lkw nicht mehr hier aufgetankt werden. Dennoch würden sie weiterhin in Österreich fahren und dabei CO2 emittieren“, so Wiesinger.
Rund 1 Mrd. € an Steuereinahmen erzielt Österreich durch den Tanktourismus. Steige die MöSt, würden diese Einnahmen in jenes Land wandern, in dem zukünftig getankt wird. „Empfehlungen, wie sie die OECD macht, werden offensichtlich von jenen Ländern getrieben, die ebenfalls ein Stück vom Tanktourismus-Kuchen wollen“ so Wiesinger. Der Umwelt jedenfalls werde durch eine MöSt-Erhöhung nicht geholfen: „Dadurch wird der CO2-Ausstoß um kein Kilogramm gesenkt.“
