Die steigende Arbeitslosigkeit, der VW-Skandal samt schlechter Presse über die angeblichen Verbrauchstricks einer ganzen Branche – und vor allem die ungelöste Migrationsproblematik, die das Vertrauen in die Politik schwinden lässt: All diese Faktoren machen Branchenteilnehmer dafür verantwortlich, dass der Neuwagenmarkt nach einem kurzen sommerlichen Zwischenhoch im Oktober erneut deutlich geschrumpft ist.

 

Dass vor allem der dritte Grund eine wesentliche Rolle spielt, zeigen die Bundesländerstatistiken: In der Steiermark, die von der Flüchtlingswelle besonders betroffen ist, war das Neuzulassungsminus im Oktober mit 14,5 % besonders hoch. Übertroffen wurde dieser Rückgang noch von Oberösterreich (minus 19,03 %), wo es aufgrund der bekannten Weiterreiseroute nach Deutschland ebenfalls zahlreiche Migrationsbrennpunkte mit entsprechender medialer Präsenz gibt. Im Burgenland (minus 23,04 %) und in Vorarlberg (minus 15,22 %) waren die Einbußen auf dem Papier zwar ebenfalls dramatisch, doch sind in diesen beiden Bundesländern aufgrund des geringen Gesamtmarkts hohe prozentuelle Schwankungen üblich.

 

Ganz anders ist die Stimmung unterdessen bei den Waffenhändlern: Alleine in den ersten 9 Monaten wurden 70.000 Schusswaffen mehr verkauft als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Tageszeitungen zitieren Branchensprecher damit, dass vor allem jene Personen in die Waffengeschäfte kämen, die bislang nicht gerade als Kernzielgruppe galten – etwa Familienväter und Frauen. Der Hintergrund sei die offensichtliche Verunsicherung breiter Bevölkerungsschichten.

 

Während sich die Büchsen- und Pistolenhändler also freuen dürfen, hat der Autohandel – ohnehin ein besonders sensibler Seismograph für Veränderungen im Konsumverhalten – das Nachsehen. Wir regen nicht an, als Gegenstrategie die Verkaufsständer in den Schauräumen mit Revolvern statt Wischerblättern zu bestücken, statt Dachboxen Waffenschränke zu vermarkten oder spärlich genutzte Dialogannahmen in Schießstände umzubauen.

 

Stattdessen schlagen wir ganz ernsthaft vor, dass sich unsere Bundesregierung wieder auf das konzentriert, wofür sie gewählt wurde – das Regieren. Nur so wird jenes Mindestmaß an öffentlichem Vertrauen zurückkehren, auf das nicht nur der Autohandel dringend angewiesen ist.