Bereits seit zehn Jahren würden Ventilwächter in Deutschland eingesetzt, berichtet die jüngste Presseinformation des ACV Automobil-Club Verkehr. Und zwar wenn Schuldner nicht auf Mahnungen und Zahlungsaufforderungen reagieren. Dabei geht es offenbar um Kraftfahrzeugsteuer und Verwarnungsgelder, laut Pressetext sollen auch schon Rundfunkmuffel von Behörden lahm gelegt werden.
Der Ventilwächter wird auf das Ventil des Reifens gesetzt und versperrt, ein entsprechendes Informationskärtchen am Auto hinterlassen. Ignoriert der Fahrer die Information oder ist diese verloren gegangen, kann die Inbetriebnahme des Autos schwerwiegende Folgen haben. Denn ab einer Geschwindigkeit von 15 km/ entweicht durch die Rotation die Luft aus dem Reifen. Nach 200 bis 500 Metern ist der Autofahrer auf einem Plattfuß unterwegs, mit allen gefährlichen Einflüssen auf Brems- und Lenkwirkung des Fahrzeuges. Zudem könnte das Fahrzeug an einer unübersichtlichen Stelle liegen bleiben.
„Es ist eine absurde Vollstreckungsmethode“, meint ACV-Vizepräsident Jürgen Koglin, „bei der Städte und Kommunen Verkehrsteilnehmer vorsätzlich in eine gefährliche Situation bringen.“ Sollten die Behörden an dieser Art der Vollstreckung festhalten, fordert Koglin den Einsatz von Parkkrallen.
Nur zu gerne werden deutsche Ideen von österreichischen Behörden übernommen. Bleibt zu hoffen, dass in diesem Fall Vernunft und Verkehrssicherheit gewinnen.
