Vor wenigen Tagen wurde der oberste Vertreter des heimischen Fahrzeughandels vom „Kurier“ zum Interview gebeten. Thema war naturgemäß die Manipulation von Abgasdaten durch den VW-Konzern, von der hierzulande 363.400 Dieselautos betroffen sein dürften. Auf die Frage, welche Auswirkungen die von VW angekündigte Serviceaktion haben werde, antwortete Ernst folgendermaßen: „Gar keine, das ganze ist eine Placebo-Aktion zur Beruhigung der Gemüter. Weil durch das Update ändert sich im Fahrbetrieb nichts, das Auto fährt wie eh und je und stößt genauso viel aus wie früher und verbraucht auch genauso viel.“

 

Beim VW-Importeur Porsche Holding distanzierte man sich umgehend von dieser Interpretation. Dem grünen Nationalratsabgeordneten Matthias Köchl und einem Kollegen kamen die Ernst’schen Aussagen jedoch gerade recht: Sie brachten am 9. Oktober in Salzburg eine Sachverhaltsdarstellung „gegen Unbekannt“ ein. Darin fordern sie unter anderem, dass Alain Favey als Geschäftsführer der Porsche Holding einvernommen wird.

 

Die grünen Parlamentarier sehen „sämtliche in Österreich aufhältige Personen sowie die Umwelt" gefährdet und bezweifeln unter Verweis auf das Ernst-Interview, dass VW die manipulierten Emissionswerte tatsächlich reduzieren wird. Sie regen deshalb „ausdrücklich" an, die Staatsanwaltschaft „möge entsprechende Maßnahmen in die Wege leiten, um die offenbar unverändert weiterhin bestehende Gefährdung zu unterbinden."

 

Um einer „mit immensen Schadenersatzforderungen der betroffenen Fahrzeugbesitzer verbundenen Beschlagnahme der Menschen und Umwelt gefährdenden Kraftfahrzeuge zu entgehen, könnte VW Österreich einen Umtausch dieser Fahrzeuge in tatsächlich schadstoffarme Modelle anbieten", so die Forderung der Anzeigensteller an den Importeur. Dass dieser – politisch motivierte – Wunsch unerfüllbar ist, liegt freilich auf der Hand.