„Wenn sich die Politik so lautstark für eine Schadstoffreduktion ausspricht, muss sie auch die Konsequenz haben, eine neue Ökoprämie einzuführen. Das ist schließlich die wirksamste Möglichkeit, vergleichsweise umweltschädliche ältere Fahrzeuge von den Straßen zu bekommen“, argumentiert der oberste Autohändler des Landes.

 

Ernst verweist darauf, dass sich aktuell noch immer über eine Million Fahrzeuge mit einem Alter von mehr als 13 Jahren im Bestand befindet: „Wenn man von Umweltbelastung spricht, sollte man vor allem hier ansetzen. Neben einem Anreiz zur Anschaffung von umweltfreundlichen Neufahrzeugen und der Erhöhung der Verkehrssicherheit würde eine Ökoprämie auch die Fahrzeugbranche stärken, die mit 450.000 Beschäftigten einer der größten Arbeitgeber in Österreich ist."

 

Sachlich mag das durchaus zu treffen. Realpolitisch ist freilich zu befürchten, dass die Politik die Dieseldiskussion vielmehr zum Anlass nimmt, die automotiven Steuerschrauben noch fester anzuziehen – schließlich gilt es spätestens nach den Wiener Wahlen, die 2016 drohenden Budgetlöcher zu stopfen. Natürlich könnte die Ökoprämie aufgrund der fiskalischen Umwegrentabilität dazu einen Beitrag leisten – doch das haben die Regierenden, von der bekannten Ausnahme im Jahr 2009 abgesehen, bisher geflissentlich ignoriert.