In Singapur fällt Mercedes plötzlich in Agonie und der Motorsportwelt wird die Wiederauferstehung von Ferrari demonstriert. Eine Woche später, in Japan, fahren die Mercedes die Konkurrenz wieder in Grund und Boden. Das geht schon die ganze Zeit so. Damit wird den Fans Spannung vorgegaukelt.

 

In Wirklichkeit sind die Techniker in der Lage, jede finanziell nutzbare Leistung nicht nur zu simulieren, sondern zu realisieren. Die Rennstrecke ist lediglich Spielwiese für das, was die Autobauer heute schon alles beherrschen. Mit Google, Apple und vermutlich auch Tesla gehen die Autobauer weg von Drehmoment- und PS-Wahn und hin zur mobilen Informationsplattform.

 

Wer die Daten hat, macht das Geschäft, wird bereits plakatiert und dabei vergessen die ManagerInnen in den Konzernen, dass ihnen die Käufer abhanden kommen. Also greifen sie zu (unlauteren?) Mitteln, um sich im global gewordenen Markt zu behaupten. Die Kontrolle der Daten wird im nächsten Schritt zum strategischen Drehmoment – um Erfolg oder Misserfolg im Markt. Volkswagen hat eine beispiellose Mutprobe abgegeben und bald werden andere Autohersteller diese Liste bereichern.

 

Keine namhafte Marke kann sich leisten, nicht mit von der Partie auf dem Weg zu neuen Ufern zu sein und nachdem viele Hersteller sich der gleichen Zulieferbasis bedienen, ist der Weg dorthin aufbereitet, überhaupt neue Vermarktungswege zu beschreiten. Fürchten müssen sich die nachgereihten Flächenpartner, die vom Datenfluss hinweggespült werden, wie es die Hersteller wünschen. Zielgenau, regionengerecht und in stets regulierbarer Intensität. Die Markenmächtigen bestimmen, wer gewinnt und nicht mehr die Marktlogik.

 

Die nächste Revolution wird von den dann wieder mächtigen Arbeitslosen bestimmt, rate ich den von Aktien getriebenen Managern, wieder die Geschichtsbücher zur Hand zu nehmen.