Demnach sind 61 % der 1.000 Befragten gegen temporäre Straßensperren als Mittel der Verkehrspolitik. Lediglich 17 % sprachen sich dafür aus. „Das ist vor allem deswegen interessant, weil es nach dem Willen der Stadt künftig mehr solcher zeitweisen Straßensperren geben soll“, sagt Bernhard Wiesinger, Leiter der ÖAMTC-Interessenvertretung.
Im „Fachkonzept Mobilität“, das von der Stadtregierung kurz vor Weihnachten 2014 beschlossen wurde, finde sich dieses Ziel unter dem Titel „Temporäre Öffnung von Straßen für Aktive Mobilität. Dies sei ganz offensichtlich eine Politik des „Staus nach Plan“. Hier komme noch einiges auf die Wiener zu, glaubt Wiesinger.
In diesem Zusammenhang zieht der ÖAMTC auch eine kritische Bilanz der vor wenigen Tagen veranstalteten Aktion „Rasen am Ring“, die eine Sperre der Ringstraße zur Folge hatte. Einer Berechnung zufolge habe diese den Wienern Zusatzkosten von mindestens 50.000 € – überwiegend Zeitkosten – beschert. Langsamer Stop-and-Go-Verkehr zieht erhöhten Kraftstoffverbrauch nach sich. Laut Berechnungen der Club-Experten ergab sich eine Mehrbelastung von 520 kg CO2-Äquivalent, plus 3,8 kg Stickoxide und plus 110 Gramm Feinstaub.
„Die Veranstalter sollten sich die Frage stellen, ob sie wirklich ihre Ziele erreichen, wenn sie zehntausende Wiener verärgern und nachweisbar der Umwelt schaden“, so Wiesinger.
